10 unbekanntere Ziele
South Wall und Poolbeg Lighthouse
Wenn Ihnen nach Seeluft zu Mute ist, steuern Sie auf das riesige
Kraftwerk im Dubliner Hafen zu, entweder mit Auto über die
Pigeon House Road oder mit der Buslinie 1 bis zu Endstation am
Kraftwerk. Beide Routen führen am romantischen Klärwerk
und inspirierenden Industriesiedlungen vorbei. Ab Kraftwerk gehen
oder fahren Sie stur gen Osten, bis Sie auf den South Wall stossen.
Und dann geht der Spass erst richtig los! Erklimmen Sie diese
massive Konstruktion und marschieren Sie in Richtung Leuchtturm,
bewundern Sie auf halber Strecke eine „Badeanstalt“
und machen Sie sich keine Gedanken darüber, dass die Steine
unter Ihnen nur durch Schwerkraft und geschickte Anordnung, aber
nicht durch Mörtel und Beton, zusammengehalten werden! Am
Leuchtturm angekommen, fühlt man sich wie auf offener See
und hat einen hervorragenden Ausblick auf die gesamte Bucht, die
Wicklows, Howth ... bei Nebel vielleicht auch mit Glück nur
auf die eigene Nasenspitze. Idealerweise macht man diese Wanderung
an einem windigen, klaren Tag!
St. Mary’s Pro-Cathedral
Die von John Sweetman entworfene und zwischen 1815 und 1825
erbaute römisch-katholische Fast-Kathedrale von Dublin hätte
eigentlich direkt an der O’Connell Street stehen sollen,
musste aber wegen den noch herrschenden Vorurteilen gegen die
„Papisten“ an etwas dezenterer Stelle errichtet werden.
So muss man sich durch Seitenstrassen wagen, die nicht gerade
einladend wirken, um die Hauptkirche der Diözese zu besuchen.
Inspiriert von der Kirch St. Phillippe de Roule in Paris,
wirft einen das äussere und auch innere Erscheinungsbild
nicht gerade um. Schönheit findet man mehr im Detail, wenn
man sich etwas Zeit nimmt ... wenn man sich viel Zeit nimmt, sollte
man allerdings den Sonntagsgottesdienst um 11:00 Uhr besuchen,
die gesungene Messe wird durch den berühmte Palestrina-Chor
getragen und gehört mit zum Besten, was Dublin an einem Sonntag
zu bieten hat! Webseite: www.procathedral.ie
Blessington Street Basin
Eines der erholsamen Kleinode in Dublin ist das ehemalige Speicherbecken
zwischen Mater Hospital und Kings Inns. Dieses Reservoir sollte
den Wasserdruck in Dublin stabil halten, wurde aber nach landschaftsarchitektonischen
Gesichtspunkten als Parkanlage gestaltet. Am einfachsten ist es
über die Blessington Street, abzweigend von der N2, zu erreichen.
Nachdem 1803 die Dublin Corporation entschied, dass künftig
der Royal Canal die Wasserversorgung der Northside übernehmen
solle, wurde das Blessington Street Basin 1810 als Speicherbecken
erbaut, das Wasser kam direkt von der 8. Schleuse. Ab 1868 diente
das Becken dann ausschliesslich der Versorgung der Jameson‘s
Distillery und der Power’s Distillery, diese Aufgabe endete
erst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts durch den Fortzug
der Whiskey-Macher nach Cork. Von vornherein als Park angelegt,
wurde die Anlage dann 1993 aufwendig renoviert unter anderem
baggerte man 6000 Tonnen Schlick und Müll aus dem Becken!
St. Michan’s Church
Um 1685 gebaut, ist die Kirche dem Dubliner Heiligen St.
Michan gewidmet und kann mit einem vierzig Meter hohen Turm und
den Überresten einer historischen Orgel (von immerhin 1724)
aufwarten, auf letzterer soll Händel die Uraufführung
seines „Messias“ bestritten haben. Die eigentliche
Orgal von St. Michan’s stammt ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert,
ist aber eher für die reichlichen Schnitzereien bekannt,
insgesamt vierzehn Musikinstrumente findet man, fast will man
sie auch benutzen. Wie dem auch sei ... die meisten Besucher kommen
nicht wegen der Orgeln, Denn unter der Kirche findet man die aus
dem 17. Jahrhundert stammende Krypta. Und in der hatte sich schon
Bram Stoker Inspiration geholt! Dank der Konstruktion aus Feuchtigkeit
geradezu aufsaugenden Steinen, kann man hier ein Phänomen
bewundern, dass man sonst nur aus Wüsten kennt ... zahlreiche
Leichen wurden mumifiziert und liegen ohne Sarg herum, denn das
Holz hat der Zahn der Zeit abgenagt. Traditionell spricht man
in Dublin gerne von „Kreuzfahrern“, die hier der Ewigkeit
trotzen (... das Nicht-Verwesen eines Körpers deutet eben
auf Heiligkeit hin!), dies ist jedoch durch die spätere Konstruktion
der Kirche eher unwahrscheinlich. Gesichert ist, dass unter den
Leichen die Brüder Sheares und Oliver Bond sind, Hauptfiguren
(und Opfer) der Rebellion von 1798. Auch der Rebell von 1803,
Robert Emmet, soll hier begraben sein.
Swords Castle
Die ersten Bauarbeiten an einer Befestigung begannen in Swords
im zwölften Jahrhundert, initiiert durch Dublins ersten anglo-normannischen
Bischof John Comyn. Mit einem Umfang von über dreihundert
Metern ist die Burg wesentlich grösser als die „irische
Norm“, Dank der Bauzeit von knapp vierhundert Jahren jedoch
ein Stückwerk. Errichtet auf einem Heiligen Quell, diente
die Burg zunächst den Erzbischöfen von Dublin als Wohnsitz,
angeblich sollen in der Empfangshalle auch erste Parlamentssitzungen
stattgefunden haben. Ab 1583 wurden hier auf Geheiss Sir Henry
Sidneys Flüchtlinge aus den Niederlanden untergebracht. Heute
ist die Burg die einzige Festungsanlage der Dubliner Erzbischöfe,
die noch steht, und kann als eine Reise in die Zeit dieser mächtigen
Kirchenfürsten genossen werden. Kirchliche Gemächer
und kasernenartige Unterkünfte lösen sich ab, weltliche
und geistliche Macht sind unter einem Dach vereint. Dem langsamen
Verfall hingegeben, wurde Swords Castle 1985 vom Dublin County
Council gekauft und erst einmal gründlich untersucht ...
zehn Jahre später konnte man einen Plan zur weiteren Nutzung
und Renovierung präsentieren. Heute sind viele Arbeiten noch
nicht komplett abgeschlossen, die Burg ist jedoch auf jeden Fall
einen Abstecher wert Montags bis Freitags findet man auch
ein eigenes Informationszentrum offen!
Howth Harbour und Ireland’s Eye
Wer das Meer geniessen will, kann sich schlimmere Sachen antun
als mit dem DART an sein nördlichstes Ende, nämlich
nach Howth, zu fahren. Verlässt man den kleinen Bahnhof,
landet man in einem Biergarten und blickt auf Felswände ...
erst ein scharfer Schwenk nach Links bringt den Hafen in Sicht.
Hier kann man sich natürlich frei bewegen, eine klassische
Tour beginnt jedoch mit einem weiteren Schwenk nach links und
die Wanderung entlang der Kaimauer, links gesäumt von Werkstätten,
Schiffstankstellen und Nobelrestaurants, rechts meist von Fischkuttern
der verschiedensten Alters- und Verfallstufen. Beachtenswert ist
die grosse Schienenanlage, mit der Kutter zur Reparatur in das
Dock gehievt werden. Und wer etwas Geduld mitbringt, kann zwischen
den Kuttern auch oft Robben beobachten, die entweder selber jagen
oder, Fast Food eben, die ins Wasser fallenden Fangreste vertilgen.
An guten Tagen tummeln sich bis zu vier Robben direkt im Hafenbecken!
Am Ende des Kais angekommen, hat man einen guten Blick auf den
Leuchtturm, auf Howth selbst und auf die Küste nördlich
von Dublin. Diesen sollte man jedoch nicht allzu lange geniessen,
sondern den Kai wieder zurückgehen, am Ende nach Links schwenken
(... wird langsam zur zweiten Natur!), und am Seefahrerdenkmal
und Yachtclub vorbei auf den zweiten Pier zusteuern, den man mit
(Sie ahnen es schon) einem flotten Linksschwenk betritt. Je nach
Lust, Laune und vor allem Wetter entscheidet man sich spontan
für den oberen oder unteren Weg ... und macht sich auf zum
Marsch an den Leuchtturm. Die Aussicht, einmal dort angekommen,
ist nicht wesentlich anders als vorher, man kann jedoch eine Plakette
zur Erinnerung an die Schmuggelaktion der „Asgard“
finden. Und von hier aus startzen auch die Boote nach „Ireland’s
Eye“, der dem Hafen von Howth vorgelagerten kleinen Insel
mit einem Martello Tower, zahlreichen Vögeln und beeindruckenden,
wenn auch nicht gigantischen Klippen. Diese Insel gehörte
einstmals den Erzbischöfen von Dublin, heute aber den schon
erwähnten Seevögeln und den wenigen Touristen, die sich
hier aussetzen lassen. Die Standardfahrt mit dem Boot tuckert
fröhlich um die Insel herum, Landung und vor allem spätere
Abholung muss man mit dem Skipper vereinbaren! Der Nachteil von
Howth ist seine ideale Lage als Naherholungsgebiet, was den idyllischen
Ort vor allem am Wochenende, in extremo Sonntags ab etwa 1330,
im Verkehrs- und Besucherchaos versinken lässt. Vor allem
die Grünflächen sind dann belagert, führend beteiligen
sich südeuropäische Sprachschüler in marodierenden
Horden an diesem Spiel, leicht mit einheimischen Jugendlichen
kollidierend! Je weiter man sich von DART-Station oder Bushaltestelle
entfernt, desto ruhiger wird es auch.
Glasnevin Cemetery
Der Friedhof von Glasnevin wurde vom legendären Daniel
O’Connell begründet mit dem erklärten Ziel, Katholiken
das Recht auf eine freie Ausübung ihrer Begräbnisrituale
zu geben. Mit der Weihe im Jahre 1831 wurde Glasnevin (damals
als „Prospect Cemetery“ bekannt) der erste Friedhof
in Irland, auf dem die seit den Penal Laws zumindest umstrittene
öffentliche Ausübung der Religion gestattet war. Dennoch
ist es kein exklusiv katholischer Friedhof! Heute umfasst der
Friedhof etwa 120 acres Land und hat mehr „Einwohner“
als Dublin selbst, etwa eineinhalb Millionen Menschen liegen hier
begraben, in Grabstätten von monumentaler Grösse oder
auch in Armengräbern. Unter den bekannteren Dauergästen
findet man Daniel O’Connell selbst, aber auch Charles Steward
Parnell, Eamon de Valera, James Larkin, Gräfin Markievicz,
Brendan Behan, Michael Collins ... plus einen eigenen „Republican
Plot“ mit Gräbern oder reinen Gedenksteinen für
bekannte alte Kämpfer wie Roger Casement und Bobby Sands.
Übrigens finden hier auch immer noch propaganda-trächtige
Beerdigungen statt, so 2001 die Überführung der sterblichen
Überreste von Kevin Barry. Wer sich von der irischen Friedhofstradition
faszinieren lassen will, darf auch nicht die langen Reihen weisser
Grabsteine westlich des Haupteingangs versäumen, hier sind
in Gemeinschaftsgräbern Totgeburten und kurz nach der Geburt
verstorbene Säuglinge beerdigt ... deren Gräber oftmals
von Hunderten von Spielzeugen und Plüschtieren bedeckt werden.
Der Friedhof selbst bietet jeden Mittwoch und Freitag um 14:30
Uhr geführte Touren an, man kann jedoch auch gut auf eigene
Faust hier entdecken. Webseite: www.glasnevin-cemetery.ie
Royal Canal Way
Wer Dublin wirklich einmal aus ungewöhnlicher Perspektive
kennenlernen möchte und nicht nur Stöckelschuhe und
italienische Designer-Loafer im Gepäck hat, der/die kann
sich mit dem Royal Canal Way einen unvergesslichen Tag schaffen.
Dieser Wanderweg kann grob in zwei Teile gesplittet werden, wobei
der „Stadtteil“ kürzer und auch für unerfahrene
Wanderer zu managen ist. Der Stadtteil der Wanderung beginnt an
der Newcomen Bridge, am 1st Lock (Lock ist nicht ein
Schloss, sondern die Schleuse!) nimmt man den Towpath (früher
für die Zugpferde gedacht) auf der Südseite des Kanals.
Man passiert dann Clarke’s Bridge, hat einen Panoramablick
auf Croke Park, geht über Clonliffe Bridge weiter und überquert
den Kanal schliesslich wieder an der Binns Bridge, ab dem 2nd Lock muss man die Nordseite benutzen. Der Grund wird schnell klar,
denn bei den 3rd und 4th Locks grüsst
das Mountjoy Jail und man darf ganz leise „The Auld Triangle“
summen. Weiter geht es an Cross Guns Brisge und dem 5th Lock vorbei zum 6th Lock, wo einen ein Schleusenwärterhaus
als Ruine erwartet. Der Weg danach 7th Lock,
Broome Bridge, Reilly’s Bridge, 8th Lock, 9th Lock und schliesslich Longford Bridge. Hier endet der Stadtteil
und man kann ab der Station Ashtown wieder zurück in die
Innenstadt einen Zug nehmen ... oder erstmal ein kräftiges
Häppchen im nahegelegenen „Halfway House“. Der
„Landteil“ des Royal Canal Way beginnt ebenfalls an
der Longford Bridge, ab der man wieder auf der Südseite lustwandelt
(... dieser Begriff wird bald relativ!). Nach dem 10th und 11th Lock kommt man an der nicht mehr benutzten
Ranelagh Bridge vorbei, danach begegnet man der Dunsink Lane Bridge
und kann gelegentlich Blicke auf die Sternwarte erhaschen. Für
Verkehrsexperten wird dann der M50 Roundabout interessant, denn
am Kanal überquert man Dublins Ringautobahn, während
gleichzeitig der Blanchardstown Bypass mit seinem riesigen Roundabout
über und die Bahnlinie neben einem liegt! In der Nähe
der Talbot Bridge kann man danach einige alte Mühlen sehen,
die jetzt als Wohnungen genutzt werden. Etwa an der Granard Bridge
dann beginnt „The Deep Sinking“, eine Fehlplanung
der Kanalstrecke machte es notwendig, dass hier tief in Felsen
gegraben wurde beeindruckend, aber für den Wanderer
auch etwas gefährlich, denn hier sind die steilsten und höchsten
Stellen des Towpaths, der zudem of rutschig werden kann. Also
ist absolute Aufmerksamkeit geboten! Die Kirkpatrick Bridge lässt
man noch auf der südlichen Kanalseite hinter sich, an der
Kennan Bridge allerdings kreuzt man den Kanal wieder auf die Nordseite,
der Pfad wird auch breiter und weniger abenteuerlich. Langsam
lässt man auch die Vororte hinter sich; an der Callaghan
Bridge darf man noch das alte Stellwerk Clonsilla bewundern, kurz
danach einige Reste einer alten Eisenbahnbrücke, aber dann
befindet man sich fast plötzlich in einer Felderlandschaft,
in der Traktoren vor sich hin puttern. Der Weg am Kanal wird breiter,
man fühlt sich freier nach dem „Deep Sinking“
und entdeckt im Bereich der Packenham Bridge die nummerierten
Plätze für die regelmässigen Wettangeln, hinter
der Collins Bridge dann auch das Gelände der Royal Canal
Amenity Group, die seit 1974 den Kanal als Naherholungsattraktion
pflegt und propagiert. Die nächste Brücke, nämlich
die Cope Bridge direkt am GAA-Spielfeld, sollte den Endpunkt der
Tageswanderung bilden. Ab hier kann man mit der Bahn zurück
nach Dublin fahren, oder aber man entscheidet sich für einen
Abstieg in das kleine Städtchen Leixlip und fährt dann
mit dem Bus (eventuell gestärkt nach einem Besuch in zahlreichen
Restaurants oder Pubs). Noch einige abschliessende Bemerkungen:
Der Stadtteil der Wanderung bis zur Longford Bridge ist vor allem
für Stadt- und Industriefans geeignet, die das Ungewöhnliche
suchen, viel reine Natur findet man auf der etwa sechseinhalb
Kilometer langen Strecke nicht. Die etwas über elf Kilometer
des Landteils von der Longford Bridge bis nach Leixlip sind idyllischer,
aber nicht für unsichere Wanderer oder gar kleine Kinder
geeignet die Steilwände im „Deep Sinking“
fallen ohne Warnung oder Geländer bis zu zehn Meter in den
Kanal ab. Leider ist der Royal Canal nicht nur als Naherholungsgebiet
populär, viele Drogengeschäfte laufen an der Ufern ab,
man nutzt das Kanalbecken als kostenlose Abfallentsorgung oder
versucht auch, Leichen darin zu versenken. Aus diesem Grund (und
schon wegen der fehlenden Beleuchtung) ist der Kanal „from
Dusk till Dawn“ absolut zu meiden. Grundsätzlich gibt
es sehr einsame Stellen am Kanal und auch manche merkwürdige
Gestalt lungert dort herum, so dass sich die Wanderung eher für
Selbstbewusste oder Kleingruppen empfiehlt mit gesundem
Menschenverstand und bei Tageslicht spricht jedoch vieles für
diese ungewöhnliche Dublin-Tour. Webseite: www.waterwaysireland.org
Mount Jerome Cemetery
Dieser Friedhof wurde im 19. Jahrhundert in Harold’s
Cross durch die General Cemetery Company of Dublin auf nicht weniger
als 47 acres angelegt, fand Erwähnung in „Ulyssses“
und gilt als Dublins interessantester Friedhof. Genutzt vor allem
von wohlhabenden protestantischen Geschäftsleuten, ist dieser
Friedhof einer der wenigen in Irland, der stark verzierte Gruften
und grosse Grabmonumente aufweisen kann. Von zerbrochenen Säulen
und weinenden Engeln bis hin zu Miniaturtempeln ist alles dabei,
was der Zeitgeschmack bevorzugte. Wer es gruselig mag, kann die
in den Boden versenkten Wege zu den Grüften benutzen ...
Besucher sollten auch nicht die sehr schön gestalteten Gebäude
übersehen die Gatelodge und die Kapelle sind einige
Blicke wert. Zu den ständigen Bewohnern des Friedhofs zählen
unter andrem Mitglieder der Guinness-Familie, der berühmte
Grabmal-Designer Thomas Kirke, Oscar Wildes Vater Sir William.
Auch findet man die einstmals am St. Stephen’s Green beerdigten
Hugenotten und einen eigenen Friedhofsteil für die Mitglieder
der Royal Irish Constabulary. Heute gehört der gesamte Friedhof
der Familie Massey, die zahlreiche Beerdigungsunternehmen betreibt
und sogar mit pferdegezogenen Leichenwagen aufwarten kann!
Whitefriar Street Carmelite Church
Diese auf dem Standort eines vor der Reformation schon aktiven
Karmeliterklosters aufgebaute Kirche hat keine „alten“
Teile mehr, sondern stammt komplette aus dem 19. Jahrhundert. Die
Grundsteinlegung erfolgte im Jahre 1825, 1856 und 1868 wurde die
Kirche substantiell erweitert und renoviert. Kleinere Ähnlichkeiten
mit der Pro-Kathedrale St. Mary’s ergeben sich aus der Wahl
desselben Architekten, George Papworth. Heute sollte man sich vor
allem als gesundheitsbewusster oder verliebter Mensch in die Kirche
begeben. Der gesunde Teil erklärt sich aus dem Brunnen des
St. Albert, am 7. August wird hier eine Reliquie des sizilianischen
Heiligen in das Wasser getaucht und soll dann geistige wie körperliche
Heilung durch Benutzung des Wassers sichern. Der wahre Run auf die
Kirche setzt jedoch am 14. Februar an, denn als Schenkung von Papst
Gregor XVI kamen 1835 die Gebeine des St. Valentin in Dublin an!
Der Schutzheilige der Liebenden kann seitdem in Dublin direkt um
Beistand angefleht werden und ein Liebesschwur in der Karmeliterkirche
dürfte so manche Hochzeit in Las Vegas in den Schatten stellen!
Webseite: www.carmelites.ie/Ireland/Whitefriar%20St/whitefriarstreet.htm |