10 unverzichtbare Ziele
Guinness Storehouse
Ein Dublin-Besuch ohne Guinness ist fast unvorstellbar, und
wer sich die Geschichte des schwarzen Gebräus näher
bringen lassen möchte, ist im Guinness Storehouse, gut aufgehoben.
Es mag zwar nicht unbedingt der Höhepunkt eines jeden Daublin-Urlaubs
sein, wie die Reklame verspricht, aber ein interessantes Erlebnis
ist es dennoch. Am St. James’s gate, Dublin 8, gelegen,
ist das Storehouse Teil der ursprünglichen Brauerei, die
Arthur Guinness 1759 ins Laufen brachte und mit der man ihm keinen
Erfolg vorhersagte.
Im Eingangsbereich sieht man, unter Glas geschützt,
den Pachtvertrag für das Land auf 9000 Jahre, vielleicht
etwas kurzsichtig, aber immerhin noch bis 10759 gültig (...
die Uhr tickt!). Ausstellungen zeigen nicht nur den Brauprozess,
sondern auch die nicht minder bekannte Reklameabteilung von Guinness,
die Geschichte der Transportmittel (... man hatte sogar eine eigene
Strassenbahn!) und Skurrilitäten wie die oft angebohrte Guinness-Pipeline.
Natürlich gibt es auch einen eigenen Laden und am Ende der
Tour ein frisch gezapftes Pint ... was bei Eintrittspreisen von
€ 14,00 (im Jahre 2005) zumindest etwas Ausgleich schafft.
Einen Blick über Dublin in der Rund-Bar „Gravity“
sollte man sich auch in aller Ruhe können. Geöffnet
ist das Storehouse täglich von 09:30 bis 17:00 Uhr, geschlossen
ist lediglich Weihnachten und am Karfreitag.
Auch in diesem Sommer bleibt das Guinness Storehouse wieder allabendlich bis 20:00 Uhr geöffnet.
Neu in diesem Jahr sind die kurzen, unterhaltsamen "Abendkurse", bei denen Besucher einzigartige Einblicke in Herz und Seele von Guinness bekommen. Diese informative "Abendschule" (17:00-20:00 Uhr, letzter Einlass 20:00 Uhr) bietet eine tolle Altrnative zum üblichen Abendprogramm in Dublin.
Der "Unterricht" dauert nur 10-15 Minuten und findet nur im Juli und August statt. Hierfür wurde eigens ein kostenloser Busservice ab Bewleys, Westmoreland Street, eingerichtet.
Abfahrt der Guinness Storehouse Busse um 18:30 Uhr und 19:30 Uhr; Rückfahrt ins Stadtzentrum um 19:00 Uhr, 20:00 Uhr, 21:00 Uhr und 21:45 Uhr.
Hier einige Highlights des Abendprogramms:
Guinness Tasting Session – Besucher lernen, den perfekten Pint zu zapfen und die Kunst der richtigen Verkostung. Natürlich gibt es auch viele interessante Hintergrundinformationen zu Geschichte und Ursprüngen eines der berühmtesten Biere der Welt.
Außerdem gibt es geführte Touren durch die Brau-Sektion, wo der Besucher in die geheime Magie des Brauens "eingeweiht" wird. Außerdem lernen Sie den "Master Brewer” kennen und haben Gelegenheit, sich als "Ehren-Azubi" bei ihm einzuschreiben.
Natürlich erleben Sie auch die einzigartige Architektur des eindrucksvollen und aufwendig umgebauten einstigen Lagerhauses. Ein Besuch in der Gravity Bar mit ihrem spektakulären Rundblick über Dublin rundet das Abenderlebnis perfekt ab.
Webseite: www.guinness-storehouse.com
National Museum
Wenn man vom National Museum spricht, meint man eigentlich immer das Museum in der Kildare Street, Dublin 2, das „National Museum of Archaeology and History“. In den 1890 eröffneten Hallen findet der Besucher eine gemischte Sammlung, die gewissermassen die Highlights der irischen Kultur zeigt ... plus einige fremdländische Einflüsse. Die archäologische Sammlung umfasst unter anderem die „Schatzkammer“ mit den besten Beispielen keltischen und mittelalterlichen Kunstgewerbes, darunter die Tara-Brosche und der Kelch von Ardagh, daneben verblasst „Ór“ mit seinen prähistorischen Goldfunden schon fast. Eine gute Sammlung zum Thema „Wikinger in Irland“ beleuchtet diesen Aspekt der Geschichte, während das genaue Schicksal der im Erdgeschoss ausgestellten Moorleiche weiter im Dunkeln bleiben muss. Freunde von verwickelten Angelegenheiten könen sich die altägyptische Sammlungvormerken, während die Dramatik des irischen Unabhängigkeitskampfes in der Gallerie „The Road to Independence“ lebhaft vor Augen geführt wird. Wer das National Museum in der Kildare Street besucht hat, dürfte die wichtigsten Schätze Irland’s gesehen haben ... und kann sich schnell noch zum „National Museum of Decorative Arts and History“ in die Collins Barracks, Benburb Street, Dublin 7, begeben. In dieser ehemaligen Kaserne findet man vor allem Silberwaren, Möbel, Kleidungsstücke, Schmuck und auch Münzen. Kommt man wieder in Innenstadt zurück, kann man in der Merrion Steet noch das National Museum of Natural History“ ansehen, von den Dublinern auch liebevoll „Dead Zoo“ genannt, da hier vor allem ausgestopfte Tiere das Auge anziehen. Eine weitere Sammlung existiert in Mayo, aber das lassen wir an dieser Stelle ... Die Dubliner Museen werden von den bekannten Stadtrundfahrten angesteuert, so dass man sie auch bequem erreichen kann. Geöffnet ist Dienstags bis Samstags 10:00 bis 17:00 Uhr, Sonntags erst ab 14:00 Uhr.
Webseite: www.museum.ie
Trinity College und Trinity College Library
Dieses College ist das einzige der University of Dublin und
wurde 1592 von Königin Elizabeth I. gegründet. Gebaut
auf einem enteigneten Grundstück, die von Dermot McMurrough
gegründete Augustinerabtei „Allerheiligen“ musste
weichen, dominiert das College die Innenstadt am College Green.
Elisabethanischen Chic findet man jedoch nicht, denn die Rubrics
bilden den ältesten Teil, ihre Backsteinkonstruktion stammt
aus dem Jahre 1700. 1759 wurde das College grundlegend modernisiert
und mit prachtvollen Fassaden versehen. Ein Rundgang lohnt auf
jeden Fall, zumal man mit der Kapelle die einzige ökumenische
Kirche in Irland bewundern kann. Dabei war Trinity College einstmals
als Hauptsitz der anglikanischen Gelehrsamkeit bekannt ... heute
ist es eher wegen des „Book of Kells“ Ziel der überwiegenden
Zahl der Besucher. In der Trinity College Library, die in ihrer
Grundsubstanz aus dem späten 16. Jahrhundert stammt, findet
man mehr als eine Million Bände, Irlands grösste Sammlung
von Manuskripten und eine beachtliche Kollektion früher Druckwerke.
Wer Briefe von Elizabeth I., handschriftliche Notizen von Synge
oder gar die Tagebücher Wolfe Tones und die Harfe Brian Borus
sucht, ist hier richtig (... die Harfe ist zwar alt, aber Brian
Boru hat sie wohl nicht gehört). Die längsten Schlangen
sieht man jedoch, wie schon erwähnt, vor dem „Book
of Kells“, von dem zwei Seiten (jeden Tag wird umgeblättert)
zu sehen sind. Die Trinity College Library hat Montags bis Samstags
von 09:30 bis 17:30 Uhr geöffnet, an Sonntagen von Juni bis
September von 09:30 bis 16:30 Uhr, in den anderen Monaten Sonntags
erst ab 12:00 Uhr. Es empfiehlt sich frühes Kommen, da die
Schlangen gerade in der Hauptsaison lang sein können! Webseite: www.tcd.ie/home/visitor/visitor.htm
St. Patrick’s Cathedral
Die in der Patrick Street gelegene Kathedrale ist Irlands
grösste Kirche und wurde auf dem Gelände einer älteren
Gemeindekirche St. Patrick errichtet. Ihre Geschichte ist wechselhaft:
1191 durch Erzbischof Comyn gegründet, erhielt St. Patrick’s
1213 des Status einer Kathedrale, musste aber 1300 auf päpstliches
Geheiss die nahegelegene Christ Church Cathedral als wichtiger
anerkennen. Zwanzig Jahre später gründete man eine eigene
Universität, im gleichen Jahrhundert wurde auch der massive
Turm errichtet. Während der Reformation wurde St. Patrick’s
wieder zur einfachen Gemeindekirche, die Universität wurde
aufgelöst,, während der blutigen Gegenreformation der
Königin Mary wieder Kathedrale und während das Gebäude
langsam verfiel, benutzten Cromwell’s Soldaten es schlichtweg
als Pferdestall. Versuche, die Kathedrale später zu retten,
hatten Erfolg schon 1749 ergänzte der Architekt John
Semple den Turm um eine Spitze und zwischen 1844 und 1869 wurde
St. Patrick’s Dank der finanziellen Machenschaften des Sir
Benjamin Lee Guinness komplett restauriert. Im Innern finden sich
zahlreiche bekannte und interessante Grabmale, darunter auch das
des „Gulliver“-Erfinders Jonathan Swift, der hier
von 1713 bis 1745 Dekan war. Die Kathedrale ist Montags bis Freitags
zwischen 09:00 Uhr und 18:00 Uhr für Besucher geöffnet,
am Samstag nur bis 17:00 Uhr (16:00 Uhr von November bis März).
Der Sonntag ist komplizierter, da er von den Gottesdiensten geprägt
ist: Von Mitte Juni bis August kann man jeweils von 09:30 bis
11:00 Uhr, von 12:45 Uhr bis 15:00 Uhr und von 16:15 bis 17:00
Uhr besichtigen, in den anderen Monaten von 10:00 bis 11:00 Uhr
und wieder von 12:45 bis 15:00 Uhr dies sind ungefähre
Zeiten, da die Gottesdienste Vorrang haben! Webseite: www.stpatrickscathedral.ie
National Gallery
Direkt im Stadtzentrum am Merrion Square West gelegen, ist
die National Gallery ein „must see“ für die kulturell
Interessierten. Die komplett als Galerie konzipierten Gebäude
wurden 1864 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und
waren die glücklichen Empfänger vieler Spenden und Erbschaften
so vermachte auch George Bernhard Shaw ein Drittel seines
Nachlasses an diese Einrichtung! Zur Jahrtausendwende (jedenfalls
ungefähr ...) wurde der neue „Millenium Wing“
errichtet, in dem vor allem Wanderausstellungen zu bewundern sind.
In den Ausstellungsräumen findet der Besucher über fünfhundert
Kunstwerke zur Betrachtung, Schwerpunkt ist selbstverständlich
die irische Kunst, aber auch die wichtigsten europäischen
Schulen sind stark vertreten. Ein weiterer Höhepunkt ist
die National Portrait Gallery, die berühmte Iren vom 16.
Jahrhundert bis heute präsentiert. Zu den ausgestellten Künstlern
gehören unter anderem Hogarth, Gainsborough, Poussin, Monet,
Degas, El Greco, Velasquez, Goya, Picasso, Titian, Caravaggio,
Brueghel, Vermeer, Rubens und sogar Emil Nolde ... ein wahrlich
umfassendes Kompendium europäischer Kunstgeschichte! Geöffnet
ist die National Gallery Montags bis Samstags von 09:30 Uhr bis
17:30 Uhr (Donnerstags sogar bis 20:30 Uhr) und Sonntags ab 12:00
Uhr. Webseite: www.nationalgallery.ie
Temple Bar
Zu Temple Bar gibt es nur eine Aussage: Man liebt es oder
man hasst es! Das künstlich geschaffene Boheme-Viertel am
südlichen Liffey-Ufer ist längst aus seinen „alternativen“
Kinderschuhen gewachsen und kommerziell geworden, daran ändern
auch Graffiti und bunte Auslagen wenig. Dennoch bietet wohl keine
Ecke in Dublin in so konzentrierter Form Kitsch neben Kunst, gute
Top-Restaurants neben Touri-Kaschemmen, Museum neben Mode, Firlefanz
neben Film, skurrile Geschäfte und noch skurrileres Publikum.
Bei einem Dublin-Besuch sollte man zumindest einmal in Temple
Bar eintauchen, danach kann man sich ja selbst entscheiden, ob
es einem gefällt. Webseite: www.templebar.ie
Kilmainham Jail
Etwas ausserhalb des Stadtzentrums gelegen, in der Inchicore
Road in Dublin 8, ist Kilmainham Jail oder Gaol eines der grössten
ehemaligen Gefängnisse in Europa und allein schon aus sozialhistorischen
Gesichtspunkten einen Besuch wird. Die kalten, kahlen Zellen lassen
einen Eindruck davon aufkommen, wie das Leben im „Knast“
gewesen sein muss. Für Iren kommt das Gefängnis in seiner
Eigenschaft als Pilgerstätte gleich hinter dem GPO, denn
hier schmachteten die grossen Freiheitskämpfer oder wurden,
im Falle von James Connolly sogar auf einem Stuhl festgebunden,
füseliert. Daher ist Kilmainham auch zu einem Schrein der
Unabhängigkeit geworden, komplett mit der „Asgard“.
Der Eintritt nur mit einer geführten Tour möglich, diese
finden von April bis September täglich von 09:30 Uhr bis
18:00 Uhr statt, in den anderen Monaten beginnt der Sonntag erst
um 10:00 Uhr (andere Zeiten gleich). Webseite: www.heritageireland.ie
Dublin Castle
Wer eine romantische Ritterburg im Stil der Rheinburgen erwartet,
wer auf eine imposante Festung im Stil Windsors setzt oder wer
mit einer normannischen Zwingburg wie in Trim rechnet, der wird
in jedem Fall enttäuscht werden. Dublin Castle ist das Irish
Stew der Burgenwelt bunt gemischt, von allem etwas und
keineswegs „typisch“. Schon vom Haupteingang an der
Ecke Cork Hill und Castle Street wird das klar! Einstmals lag
eine Wikingerbefestigung an dieser Stelle, im 13. Jahrhundert
wurde dann aber ernsthaft angefangen, hier eine Burg zu bauen.
Diese diente dann, je nach Bedarf, als rein militärische
Festung, als Gefängnis, als Gericht, als Zentrum der britischen
Verwaltung Irlands, als Repräsentationsobjekt des irischen
Staates und als Hintergrund für Jackie-Chan-Filme. Mit einer
geführten Tour kann man die Staatsräume, die Königliche
Kapelle und die Keller besichtigen. Unter der Woche öffnet
das Castle von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr, Samstags, Sonntags und
an Feiertagen erst ab 14:00 Uhr.
Webseite: www.dublincastle.ie
St. Stephen’s Green
Am oberen Ende der Grafton Street gelegen, ist der Park mitten
in Dublin, täglich von Sonnenaufgang (Ausnahme: Sonntag erst
ab 10:00 Uhr) bis Sonnenuntergang geöffnet und sehr abwechslungsreich
gestaltet. Zahlreiche Ecken und Nischen bieten Frieden, der Teich
mit den Enten Trubel und an warmen Tagen kann man sich über
die Massen an Office Workers amüsieren, die hier ihre Mittagspause
verbringen (... man beachte vor allem, wie die Männerwelt
mehr oder weniger dezent auf Pirsch geht!). Bunt verteilt findet
man Wasserfälle, Blumenbeete, Grasflächen, Statuen ...
bemerkenswert unter letzteren die Wolfe-Tone-Statue im der nordöstlichen
Ecke des Parks oder das Denkmal für die irische Hungerhilfe
für Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in der südöstlichen
Ecke. An der nordwestlichen Ecke findet man nicht nur einen Triumphbogen,
sondern auch die Haltestelle für Kutschentouren durch Dublin.
Der Name des Green stammt übrigens von einer Kapelle, die
dem heiligen Stephan geweiht war und zu einer Leprakolonie gehörte.
Züge von Kranken sieht man heute nicht mehr, dafür ab
und an hektische Polizeiaktionen auf den umlaufenden Strassen:
Einige Enten ziehen sich zum Brüten regelmässig in die
ruhigeren Gefilde des Royal College of Surgeons oder des Leinster
House zurück und latschen dann irgendwann mit ihrem Nachwuchs
gen Wasser!
Phoenix Park
eigentlich ein Kapitel für sich und einer der weltgrössten
Stadtparks überhaupt. Am nordwestlichen Stadtrand gelegen,
wird der Park von zahlreichen Strassen durchkreuzt, lädt
aber Dank ausgedehnter Flächen zum Verweilen, Spazierengehen
und Erholen ein. Unter falschem Namen: Der Name des Parks stammt
nämlich nicht vom Feuervogel, sondern eigentlich vom „fionn
uisce“, dem klaren Wasser, das einer Quelle im Furry Glen
entsprang ... in der Nähe der heute zu bewundernden Säule
mit dem Phönix auf der Spitze. Im Park findet man unter anderem
den Zoo (siehe unten), den „öffentlichen“ People’s
Garden, die Residenz des Botschafters der Vereinigten Staaten,
die Residenz der irischen Präsidenten, das Hauptquartier
der Garda, die Zentralschule des Zivilschutzes, das Verteidigungsministerium,
ein Krankenhaus, eine Schule, ein Pflegeheim, das Ordnance Survey
Office, Ashtown Castle (siehe unter Museen). Dazu kommen so unterschiedliche
Sporteinrichtungen wie ein Polofeld und zwei Cricket Grounds,
Fussballfelder, Seen ... das Wellington Monument, das Papstkreuz
und die Rotwildherden runden da das Bild nur noch ab. Verpflegung
kann man bei den Phoenix Tea Rooms (Nähe Zoo am „Hollow“)
oder im Ashtown Castle besorgen, oder auch im Pub „Hole
in the Wall“ (der längste Pub Irlands). Der Park ist
24/7 geöffnet, die einzelnen Attraktionen haben ihre eigenen
Öffnungszeiten. Einige Worte der Warnung: Die Beleuchtung
im Park ist auf Gaslaternen angewiesen, so dass es nach Sonnenuntergang
sehr dunkel wird! Als Auto- oder auch Motorradfahrer sollte man
während der Nacht äusserst aufmerksam fahren, denn die
Hirsche machen eine Kollision immer lebensgefährlich! Webseite: www.heritageireland.ie |