Nahverkehr in Dublin
Beim Besuch in Dublin wird jeder “Outsider” mit einem grossen Problem konfrontiert: Wie komme ich von A nach B? Die einfache Antwort in dieser Stadt ist nicht unbedingt “mit Bus und Bahn” und auch “zur Not mit dem Taxi” ist eher zweilhaft.
Das liegt vor allem daran, dass die Innenstadt Dublins zwar mit der O’Connell Street die breiteste Strasse Europas aufweisen kann, aber insgesamt doch durch ein sehr enges Strassennetz geprägt ist. Der Begriff Karnickelbau kommt in den Sinn – wenn Kaninchen denn auch reichlich Einbahnstrassen verwenden und den Rest mit Baustellen überziehen würden. Das führt dazu, dass die Busstrecken in einer interessanten Mäanderform geführt werden müssen. Wobei es für den nicht täglichen Benutzer zu Panikmomenten kommt, wenn die Strecke plötzlich über den Balkan zu schwenken scheint.
Solange es um den Bereich der Innenstadt geht, kann man als Normalsterblicher durchaus auf den Nahverkehr verzichten. Der Innenstadtbereich wird verschieden definiert, kann aber grob an folgenden Markierungen festgelegt werden: Parnell Square – Connolly Station – Pearse Street Station – St. Stephen’s Green – St. Patrick’s Cathedral – Christ Church Cathedral – Four Courts. Plant man in diesem Bereich zu bleiben und nicht wie wild hin- und herzurennen, dann ist eine Nutzung von Bus oder Taxi nicht nötig.
Ausserhalb dieses Bereiches gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Bus – Der Nahverkehr in Dublin selbst wird durch Dublin Bus dominiert, mit einer Flotte vom klapprigen Kleinbus bis zum modernsten Doppeldecker. Beim Hineinfahren in die Stadt ist das Richtungsschild “An Lar” am deutlichsten zu erkennen. Und einige weitere Dinge sind zu beachten:
- Linksverkehr – so blöd es klingt, aber achten Sie bitte darauf, dass Busse nicht nur links, sondern damit auch subjektiv “in die falsche Richtung” fahren, so manchen Touristen hat es Dank dieser Verwirrung schon in eine total falsche Gegend verschlagen.
- Busse halten nur auf Zuruf – nähert sich ein Bus der Haltestelle, betätigt man im Inneren den “Halteknopf”, an der Haltestelle selbst wedelt man deutlich sichtbar mit mindestens einem Körperteil, bevorzugt dem linken Arm.
- Nur wenige Busse sind für Gehbehinderte mit niedrigen Einstiegen versehen und die Fahrer können nicht beim Ein- oder Aussteigen helfen.
- Busfahrer bestehen auf den passenden Fahrpreis – man wirft das Geld in eine Box am Eingang und bekommt dann ein Ticket. Hat man überzahlt, enthält das Ticket einen Refund, den man sich im Büro in der O’Connell Street wieder abholen kann.
- Wochentickets oder Mehrfahrtenkarten gibt es auch in der O’Connell Street, dazu in vielen Geschäften – über die verschiedenen Angebote informiert die Webseite www.dublinbus.ie.
Neben Dublin Bus existieren noch einige Privatunternehmen wie AMC oder Bartons, die jedoch nur sehr restriktiv regulierte Strecken bedienen und für den Touristen keine Alternative darstellen.
Die Strecken Flughafen-Innenstadt werden von verschiedenen Unternehmen bedient, so der Expresslinie 747 oder den blauen Aircoaches.
Vor allem der Fernverkehr wird durch Bus Eirann mit seiner weissen Flotte und den Irish Setters bestritten, über das Streckennetz informiert die Webseite www.buseirann.ie. Übrigens ist der Dubliner Busbahnhof Busaras nur vom Fernverkehr genutzt, also für den Stadtverkehr keine Hilfe. Nutzen Sie den Busverkehr um zum Ring of Kerry zu gelangen.
Auto
Wenn Sie gerne den Tag im Auto, im Stau oder im teuren Parkhaus verbringen (mindestens € 2.00 pro Stunde!), ist gegen diese Fortbewegungsart in Dublins Innenstadt nichts einzuwenden. Sollten Sie mit dem Auto nach Dublin reisen, erkundigen Sie sich schon bei der Buchung nach den Parkmöglichkeiten – bei “street parking” sollte man nachhaken, ob dies mit Parkschein (ca. € 2.00 pro Stunde, maximale Standzeit drei Stunden!) geschehen soll.
Mietwagen in Dublin
Bei vielen Terminen oder Ausflugszielen in der Stadt kann es auch vorteilhaft sein, einen Mietwagen zu buchen. Es gibt unterschiedliche Autovermietungen in Dublin. Der Mietwagen für Dublin kann im Vorhinein bereits gemietet werden, um Engpässe bzw. Wartezeiten zu vermeiden. Die größte Autovermietung Deutschlands ist beispielsweise mit 2 Mietwagenstationen in Dublin vertreten. Je nach Anreiseart können bei der Autovermietung in Irland die Leihwagen am Flughafen oder direkt im Zentrum in Empfang genommen werden.
Bahn

Straßenbahn in Dublin
Die Bahn ist in Dublin eine reine Randerscheinung – in dem oben definierten Innenstadtbereich gibt es ausser dem LUAS keinen Schienenverkehr! Dementsprechend kann die Nutzung auch nur für Ziele ausserhalb der Innenstadt empfohlen werden.
Dominierend hierbei ist der DART (Dublin Area Rapid Transport), der zwischen Howth im Norden und Bray im Süden einen Pendelverkehr anbietet. Die Fahrt an sich ist schon den Preis wert und bietet viele schöne Ausblicke auf Dublin Bay. Vermeiden wie die Pest sollte man jedoch die Rush Hour – jede Benutzung zwischen 0730 und 0930 sowie 1630 und 1900 ist nur für Berufspendler oder Masochisten empfehlenswert.
Neben dem DART gibt es noch die Suburban Lines, die verschiedene Vororte wie etwa Leixlip bedienen, aber keineswegs so häufig wie der DART fahren.
Neuestes Kind des Dubliner Verkehrsplans ist der LUAS, ein modernes Strassenbahnsystem mit zwei Linien. Seit Ende September 2004 ist diese Alternative (und Konkurrenz!) zum Bus voll in Betrieb. Endhaltepunkte im Innenstadtbereich sind Connolly Station und St. Stephen’s Green, die Linien gehen nach Tallaght beziehungsweise Sandyford. Der LUAS ist schnell und leise, aber die Streckenführung ist mehr auf Commuter denn auf Besucher ausgelegt.
Pferdekutsche
Vor allem im Sommer stehen an St. Stephen’s Green solche antiquierten Verkehrsmittel zur Verfügung, lohnen sich aber nur für Besichtigungstouren oder als netter Gag.
Taxi
Die Taxisituation in Dublin hat sich seit der dringend nötigen Deregulierung verbessert, man kann ausserhalb der Stosszeiten durchaus ein Taxi bekommen! Und wenn dies von einem Taxiveteranen gesteuert wird, kann man sich auch gleich über die völlig unnötige Deregulierung aufklären lassen – watt dem ehn sin Uhl is dem annern sin Nachtigall. Erwarten Sie jedoch weder schnuckelige Austin Fx4 (das London Taxi) noch moderne Mercedes … vom Jeep bis zum Kompaktwagen fährt alles bunt gemixt herum.
Billiger sind Hackney Cabs, die man jedoch bestellen muss – was vor allem ab Hotel oder Restaurant jedoch praktisch sein kann.
Fahrrad
Nur drei Worte an alle Touristen: “Es ist Selbstmord!” Die Strassenzustände, der dichte Verkehr und die Rücksichtslosigkeit der Autofahrer und (oft noch mehr) der Fussgänger kombiniert mit ungewohntem Linksverkehr ersetzen jeden “thrill ride” in Orlando. Das Problem ist, dass die Lebensgefahr in Orlando nur inszeniert ist.
Schusters Rappen
Immer noch die weitaus beste Möglichkeit, eine Stadt kennenzulernen und daher auch für Dublin empfehlenswert. Man sollte gutes Schuhwerk tragen und nicht allzu teure Kleidung, dann kann man auch eine Pause auf Parkbänken oder gar Treppen verbringen. Und bitte beachten: Beim Überqueren von Strassen unbedingt darauf achten, erst nach rechts zu sehen … Der Linksverkehr kann auch für Fussgänger dramatisch werden!
