Dublin ist grüner, als man von einer Hauptstadt erwartet. Innerhalb weniger Minuten kommst du vom Trubel der Innenstadt in den weitläufigen Phoenix Park, in einen viktorianischen Gartenplatz oder an die Küste mit ihren Klippenwegen. Die meisten Grünflächen sind kostenlos und ganzjährig geöffnet – Eintritt zahlst du nur für den Dublin Zoo.
Dieser Überblick sortiert die lohnendsten Ziele nach Aufwand und Charakter: von der schnellen Pause zwischen zwei Sehenswürdigkeiten bis zum ausgewachsenen Tagesausflug ans Meer.
Phoenix Park – der grüne Riese im Westen
Der Phoenix Park ist das Schwergewicht unter Dublins Grünflächen. Mit rund 708 Hektar (etwa 1.750 Acres) gehört er zu den größten umschlossenen öffentlichen Parks einer europäischen Hauptstadt. Angelegt wurde er in den 1660er-Jahren als königlicher Jagdpark; seit 1747 ist er für die Öffentlichkeit geöffnet und heute rund um die Uhr zugänglich.
Wer die Strecken nicht zu Fuß abgehen will, ist mit dem Rad gut beraten – der Park ist von einem Wegenetz von etwa 14 Kilometern durchzogen. Beliebte Rundwege (Distanzen und Zeiten stammen aus Wanderportalen, nicht von der offiziellen Parkverwaltung, sind also Richtwerte):
- Große Park-Schleife – rund 12,4 km, etwa 3 bis 3,5 Stunden zu Fuß. Der Klassiker, der die meisten Höhepunkte verbindet.
- Kurze Runde – etwa 5 km, rund 70 Minuten. Gut für einen kompakten Eindruck.
- Old Town Wood Loop – etwa 7,4 km, rund 1 Stunde 45 Minuten. Die waldigere Variante.
Zu den Sehenswürdigkeiten im Park zählen das Wellington Monument, ein 1861 vollendeter Obelisk von gut 62 Metern Höhe und damit der höchste Obelisk Europas, sowie das Papal Cross, ein weißes Stahlkreuz, das für den Papstbesuch 1979 errichtet wurde. Sehenswert sind außerdem das Magazine Fort, ein Pulvermagazin von 1734, die Victorian / People’s Flower Gardens, der Glen Pond in der Furry Glen und das Ashtown Castle beim Visitor Centre. Auch der Amtssitz des irischen Präsidenten, Áras an Uachtaráin, liegt im Park; samstags gibt es kostenlose Führungen.
Für eine Pause sorgen die Victorian Tearooms nahe dem Zoo und das Phoenix Café am Visitor Centre. Toiletten sind vorhanden; am Parkplatz des Papal Cross kamen 2021 mobile Toiletten hinzu.
Die Damhirsche im Phoenix Park
Das Wahrzeichen des Parks sind seine frei lebenden Damhirsche. Die Herde umfasst über 500 Tiere, Nachfahren der im 17. Jahrhundert eingeführten Hirsche. Sehen kannst du sie ganzjährig, am verlässlichsten rund um das Papal Cross und auf den offenen Wiesen der Fifteen Acres sowie an den Waldrändern zwischen Magazine Fort und Visitor Centre.
Die besten Chancen hast du in den ruhigen Morgenstunden, und im Herbst zur Brunftzeit sind die Tiere besonders aktiv. Wichtig: Es handelt sich um Wildtiere. Halte mindestens 50 Meter Abstand, füttere oder berühre sie nicht – das gilt vor allem im Frühsommer, wenn Kitze im Gras liegen.
Dublin Zoo – Tierwelt im Phoenix Park
Innerhalb des Phoenix Park liegt der Dublin Zoo, einer der ältesten Zoos der Welt (gegründet 1831). Über 400 Tiere leben in thematischen Lebensräumen: Die African Savanna zeigt Breitmaulnashorn, Rothschild-Giraffe, Grant-Zebra und Säbelantilope, der Kaziranga Forest Trail asiatische Elefanten (seit 2005), der Gorilla Rainforest Flachlandgorillas (seit 2012). Dazu kommen der Orangutan Forest mit Borneo-Orang-Utans und ein Bereich für Sumatra-Tiger. Für einen Besuch solltest du mindestens drei Stunden einplanen.
Geöffnet hat der Zoo an 363 Tagen im Jahr – geschlossen nur am 25. und 26. Dezember – und das täglich ab 9.30 Uhr. Die Schließzeit wechselt mit der Saison: im Januar bis 16 Uhr (letzter Einlass 15 Uhr), im Februar bis 17 Uhr, von März bis September bis 18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr), im November und Dezember bis 16 Uhr.
Die Eintrittspreise 2026 (Eingang / online):
- Erwachsene – 26,50 € / 22,50 €
- Kinder 3 bis 15 Jahre – 20,00 € / 17,00 €; unter 3 Jahren frei
- Senioren (65+) und Studierende – 21,00 € / 17,50 €
- Familie (2 Erwachsene + 2 Kinder) – 75,00 € / 62,50 €; größere Familientickets (2+3, 2+4) entsprechend gestaffelt
Online-Buchung spart bis zu 15 Prozent gegenüber dem Tageskassenpreis. Wer mehrere Attraktionen kombiniert, sollte prüfen, ob sich der Dublin Pass rechnet, der den Zoo einschließt.
St Stephen’s Green – der Gartenplatz im Zentrum
Wenn der Phoenix Park der Tagesausflug ist, dann ist St Stephen’s Green die Pause zwischendurch. Der Park am südlichen Ende der Grafton Street ist mit 22 Acres (8,9 Hektar) der größte der georgianischen Gartenplätze Dublins. Eingezäunt wurde die Fläche 1664; die viktorianische Umgestaltung finanzierte Arthur Edward Guinness (Lord Ardilaun), und am 27. Juli 1880 wurde der Park offiziell für die Öffentlichkeit wiedereröffnet. Bis heute prägen baumgesäumte Alleen, ein Ententeich, Pavillons und ein im Sommer bespielter Musikpavillon das Bild.
Der Park ist auch ein Freiluftmuseum der irischen Geschichte. Am Haupteingang steht der Fusiliers’ Arch von 1907, dessen Einschusslöcher aus dem Osteraufstand 1916 ihm den Spitznamen „Traitor’s Gate” eintrugen – während des Aufstands war der Park von der Irish Citizen Army besetzt, mit einer täglichen Waffenruhe, damit der Parkwärter die Enten füttern konnte. Im Inneren findest du den Yeats Memorial Garden mit einer Skulptur von Henry Moore, eine Büste von James Joyce sowie Statuen von Countess Markievicz und Robert Emmet und ein Hungersnot-Denkmal.
National Botanic Gardens und Merrion Square
Etwas nördlich des Zentrums, in Glasnevin, liegen die National Botanic Gardens (gegründet 1795). Der Eintritt ist frei, und auf dem Gelände wachsen über 15.000 Pflanzenarten. Berühmt sind die restaurierten Glashäuser Turner Curvilinear Range und Great Palm House, deren Restaurierung mit einem Europa-Nostra-Preis ausgezeichnet wurde. Dazu kommen Staudenbeete, Rosen- und Alpengarten, Teich, Steingarten und ein Arboretum – ein lohnendes Ziel besonders bei wechselhaftem Wetter, wenn man in die Gewächshäuser ausweichen kann.
Wer im georgianischen Süden unterwegs ist, macht einen Abstecher zum Merrion Square Park. Der Gartenplatz dient seit 1880 als öffentlicher Park – auch hier hatte Arthur Edward Guinness die Hand im Spiel. Bekannt ist er für die bunte, gelagerte Oscar-Wilde-Statue an der Nordwestecke und seine Blumenbeete. Eine ruhige, kurze Pause zwischen den Museen rund um den Platz.
Howth – Klippenwanderung und Bootstour ans Meer
Für den großen Ausflug geht es an die Küste: Das Fischerdorf Howth auf der gleichnamigen Halbinsel nordöstlich der Stadt bietet Dublins schönste Klippenwege. Mit der DART erreichst du es ab Dublin Connolly in rund 26 Minuten bis zur Endstation Howth; tagsüber fährt die Bahn auf diesem Abschnitt etwa alle zehn Minuten, abends und früh seltener. Mehr zu Tickets findest du im Ratgeber zur Leap Card und zum Nahverkehr.
Vom Bahnhof starten mehrere farblich markierte Schleifen, alle im Hafenort:
- Cliff Path Loop (grün) – die offizielle Sport-Ireland-Variante ist 7,8 km lang, dauert rund 2 Stunden, gilt als „moderat” und hat etwa 130 Höhenmeter. Markiert mit grünen Pfeilen, mit Ausblicken auf Ireland’s Eye, Lambay Island und die Dublin Bay.
- Tramline Loop (blau) – rund 7 km, etwa 2 Stunden.
- Black Linn Loop (rot) – rund 8 km, etwa 2,5 Stunden, mit dem höchsten Punkt der Halbinsel.
- Bog of Frogs Loop (violett) – rund 10 km, etwa 3 Stunden, moderat bis anspruchsvoll.
Vom West Pier aus setzen Boote zur kleinen Vogelinsel Ireland’s Eye über. Ireland’s Eye Ferries fährt ab dem Ponton am Ende des West Pier; die Preise 2026 liegen bei 25 € für Erwachsene, 15 € für Studierende und Kinder und 60 € für eine Familie (2 Erwachsene + 2 Kinder), mit kostenloser Stornierung bis 24 Stunden vorher. Ein zweiter Anbieter, Howth Cliff Cruises, bringt dich in rund 15 bis 20 Minuten hinüber; Rückfahrten gehen typischerweise zur halben Stunde. Die Fahrpläne hängen stark von Saison und Wetter ab – informiere dich vor Ort oder vorab über die aktuellen Zeiten.