10 unverzichtbare Ziele in Dublin
Guinness Storehouse
Ein Dublin-Besuch ohne Guinness ist fast unvorstellbar, und wer sich die Geschichte des schwarzen Gebräus näher bringen lassen möchte, ist im Guinness Storehouse, gut aufgehoben. Es mag zwar nicht unbedingt der Höhepunkt eines jeden Daublin-Urlaubs sein, wie die Reklame verspricht, aber…
National Museum
Wenn man vom National Museum spricht, meint man eigentlich immer das Museum in der Kildare Street, Dublin 2, das „National Museum of Archaeology and History“. In den 1890 eröffneten Hallen findet der Besucher eine gemischte Sammlung, die gewissermassen die Highlights der irischen Kultur zeigt … plus einige fremdländische Einflüsse. Die archäologische Sammlung umfasst unter anderem die „Schatzkammer“ mit den besten Beispielen keltischen und mittelalterlichen Kunstgewerbes, darunter die Tara-Brosche und der Kelch von Ardagh, daneben verblasst „Ór“ mit seinen prähistorischen Goldfunden schon fast. Eine gute Sammlung zum Thema „Wikinger in Irland“ beleuchtet diesen Aspekt der Geschichte, während das genaue Schicksal der im Erdgeschoss ausgestellten Moorleiche weiter im Dunkeln bleiben muss. Freunde von verwickelten Angelegenheiten könen sich die altägyptische Sammlungvormerken, während die Dramatik des irischen Unabhängigkeitskampfes in der Gallerie „The Road to Independence“ lebhaft vor Augen geführt wird. Wer das National Museum in der Kildare Street besucht hat, dürfte die wichtigsten Schätze Irland’s gesehen haben … und kann sich schnell noch zum „National Museum of Decorative Arts and History“ in die Collins Barracks, Benburb Street, Dublin 7, begeben. In dieser ehemaligen Kaserne findet man vor allem Silberwaren, Möbel, Kleidungsstücke, Schmuck und auch Münzen. Kommt man wieder in Innenstadt zurück, kann man in der Merrion Steet noch das National Museum of Natural History“ ansehen, von den Dublinern auch liebevoll „Dead Zoo“ genannt, da hier vor allem ausgestopfte Tiere das Auge anziehen. Eine weitere Sammlung existiert in Mayo, aber das lassen wir an dieser Stelle … Die Dubliner Museen werden von den bekannten Stadtrundfahrten angesteuert, so dass man sie auch bequem erreichen kann. Geöffnet ist Dienstags bis Samstags 10:00 bis 17:00 Uhr, Sonntags erst ab 14:00 Uhr.
Webseite: www.museum.ie
Trinity College und Trinity College Library
Dieses College ist das einzige der University of Dublin und wurde 1592 von Königin Elizabeth I. gegründet. Gebaut auf einem enteigneten Grundstück, die von Dermot McMurrough gegründete Augustinerabtei „Allerheiligen“ musste weichen, dominiert das College die Innenstadt am College Green. Elisabethanischen Chic findet man jedoch nicht, denn die Rubrics bilden den ältesten Teil, ihre Backsteinkonstruktion stammt aus dem Jahre 1700. 1759 wurde das College grundlegend modernisiert und mit prachtvollen Fassaden versehen. Ein Rundgang lohnt auf jeden Fall, zumal man mit der Kapelle die einzige ökumenische Kirche in Irland bewundern kann. Dabei war Trinity College einstmals als Hauptsitz der anglikanischen Gelehrsamkeit bekannt … heute ist es eher wegen des „Book of Kells“ Ziel der überwiegenden Zahl der Besucher. In der Trinity College Library, die in ihrer Grundsubstanz aus dem späten 16. Jahrhundert stammt, findet man mehr als eine Million Bände, Irlands grösste Sammlung von Manuskripten und eine beachtliche Kollektion früher Druckwerke. Wer Briefe von Elizabeth I., handschriftliche Notizen von Synge oder gar die Tagebücher Wolfe Tones und die Harfe Brian Borus sucht, ist hier richtig (… die Harfe ist zwar alt, aber Brian Boru hat sie wohl nicht gehört). Die längsten Schlangen sieht man jedoch, wie schon erwähnt, vor dem „Book of Kells“, von dem zwei Seiten (jeden Tag wird umgeblättert) zu sehen sind. Die Trinity College Library hat Montags bis Samstags von 09:30 bis 17:30 Uhr geöffnet, an Sonntagen von Juni bis September von 09:30 bis 16:30 Uhr, in den anderen Monaten Sonntags erst ab 12:00 Uhr. Es empfiehlt sich frühes Kommen, da die Schlangen gerade in der Hauptsaison lang sein können!
Webseite: www.tcd.ie/home/visitor/visitor.htm
St. Patrick’s Cathedral
Die in der Patrick Street gelegene Kathedrale ist Irlands grösste Kirche und wurde auf dem Gelände einer älteren Gemeindekirche St. Patrick errichtet. Ihre Geschichte ist wechselhaft: 1191 durch Erzbischof Comyn gegründet, erhielt St. Patrick’s 1213 des Status einer Kathedrale, musste aber 1300 auf päpstliches Geheiss die nahegelegene Christ Church Cathedral als wichtiger anerkennen. Zwanzig Jahre später gründete man eine eigene Universität, im gleichen Jahrhundert wurde auch der massive Turm errichtet. Während der Reformation wurde St. Patrick’s wieder zur einfachen Gemeindekirche, die Universität wurde aufgelöst,, während der blutigen Gegenreformation der Königin Mary wieder Kathedrale und während das Gebäude langsam verfiel, benutzten Cromwell’s Soldaten es schlichtweg als Pferdestall. Versuche, die Kathedrale später zu retten, hatten Erfolg – schon 1749 ergänzte der Architekt John Semple den Turm um eine Spitze und zwischen 1844 und 1869 wurde St. Patrick’s Dank der finanziellen Machenschaften des Sir Benjamin Lee Guinness komplett restauriert. Im Innern finden sich zahlreiche bekannte und interessante Grabmale, darunter auch das des „Gulliver“-Erfinders Jonathan Swift, der hier von 1713 bis 1745 Dekan war. Die Kathedrale ist Montags bis Freitags zwischen 09:00 Uhr und 18:00 Uhr für Besucher geöffnet, am Samstag nur bis 17:00 Uhr (16:00 Uhr von November bis März). Der Sonntag ist komplizierter, da er von den Gottesdiensten geprägt ist: Von Mitte Juni bis August kann man jeweils von 09:30 bis 11:00 Uhr, von 12:45 Uhr bis 15:00 Uhr und von 16:15 bis 17:00 Uhr besichtigen, in den anderen Monaten von 10:00 bis 11:00 Uhr und wieder von 12:45 bis 15:00 Uhr – dies sind ungefähre Zeiten, da die Gottesdienste Vorrang haben!
Webseite: www.stpatrickscathedral.ie
National Gallery
Direkt im Stadtzentrum am Merrion Square West gelegen, ist die National Gallery ein „must see“ für die kulturell Interessierten. Die komplett als Galerie konzipierten Gebäude wurden 1864 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und waren die glücklichen Empfänger vieler Spenden und Erbschaften – so vermachte auch George Bernhard Shaw ein Drittel seines Nachlasses an diese Einrichtung! Zur Jahrtausendwende (jedenfalls ungefähr …) wurde der neue „Millenium Wing“ errichtet, in dem vor allem Wanderausstellungen zu bewundern sind. In den Ausstellungsräumen findet der Besucher über fünfhundert Kunstwerke zur Betrachtung, Schwerpunkt ist selbstverständlich die irische Kunst, aber auch die wichtigsten europäischen Schulen sind stark vertreten. Ein weiterer Höhepunkt ist die National Portrait Gallery, die berühmte Iren vom 16. Jahrhundert bis heute präsentiert. Zu den ausgestellten Künstlern gehören unter anderem Hogarth, Gainsborough, Poussin, Monet, Degas, El Greco, Velasquez, Goya, Picasso, Titian, Caravaggio, Brueghel, Vermeer, Rubens und sogar Emil Nolde … ein wahrlich umfassendes Kompendium europäischer Kunstgeschichte! Geöffnet ist die National Gallery Montags bis Samstags von 09:30 Uhr bis 17:30 Uhr (Donnerstags sogar bis 20:30 Uhr) und Sonntags ab 12:00 Uhr.
Webseite: www.nationalgallery.ie
Temple Bar
Zu Temple Bar gibt es nur eine Aussage: Man liebt es oder man hasst es! Das künstlich geschaffene Boheme-Viertel am südlichen Liffey-Ufer ist längst aus seinen „alternativen“ Kinderschuhen gewachsen und kommerziell geworden, daran ändern auch Graffiti und bunte Auslagen wenig. Dennoch bietet wohl keine Ecke in Dublin in so konzentrierter Form Kitsch neben Kunst, gute Top-Restaurants neben Touri-Kaschemmen, Museum neben Mode, Firlefanz neben Film, skurrile Geschäfte und noch skurrileres Publikum. Bei einem Dublin-Besuch sollte man zumindest einmal in Temple Bar eintauchen, danach kann man sich ja selbst entscheiden, ob es einem gefällt.
Webseite: www.templebar.ie
Kilmainham Jail
Etwas ausserhalb des Stadtzentrums gelegen, in der Inchicore Road in Dublin 8, ist Kilmainham Jail oder Gaol eines der grössten ehemaligen Gefängnisse in Europa und allein schon aus sozialhistorischen Gesichtspunkten einen Besuch wird. Die kalten, kahlen Zellen lassen einen Eindruck davon aufkommen, wie das Leben im „Knast“ gewesen sein muss. Für Iren kommt das Gefängnis in seiner Eigenschaft als Pilgerstätte gleich hinter dem GPO, denn hier schmachteten die grossen Freiheitskämpfer oder wurden, im Falle von James Connolly sogar auf einem Stuhl festgebunden, füseliert. Daher ist Kilmainham auch zu einem Schrein der Unabhängigkeit geworden, komplett mit der „Asgard“. Der Eintritt nur mit einer geführten Tour möglich, diese finden von April bis September täglich von 09:30 Uhr bis 18:00 Uhr statt, in den anderen Monaten beginnt der Sonntag erst um 10:00 Uhr (andere Zeiten gleich).
Webseite: www.heritageireland.ie
Dublin Castle
Wer eine romantische Ritterburg im Stil der Rheinburgen erwartet, wer auf eine imposante Festung im Stil Windsors setzt oder wer mit einer normannischen Zwingburg wie in Trim rechnet, der wird in jedem Fall enttäuscht werden. Dublin Castle ist das Irish Stew der Burgenwelt – bunt gemischt, von allem etwas und keineswegs „typisch“. Schon vom Haupteingang an der Ecke Cork Hill und Castle Street wird das klar! Einstmals lag eine Wikingerbefestigung an dieser Stelle, im 13. Jahrhundert wurde dann aber ernsthaft angefangen, hier eine Burg zu bauen. Diese diente dann, je nach Bedarf, als rein militärische Festung, als Gefängnis, als Gericht, als Zentrum der britischen Verwaltung Irlands, als Repräsentationsobjekt des irischen Staates und als Hintergrund für Jackie-Chan-Filme. Mit einer geführten Tour kann man die Staatsräume, die Königliche Kapelle und die Keller besichtigen. Unter der Woche öffnet das Castle von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr, Samstags, Sonntags und an Feiertagen erst ab 14:00 Uhr.
Webseite: www.dublincastle.ie
St. Stephen’s Green
Am oberen Ende der Grafton Street gelegen, ist der Park mitten in Dublin, täglich von Sonnenaufgang (Ausnahme: Sonntag erst ab 10:00 Uhr) bis Sonnenuntergang geöffnet und sehr abwechslungsreich gestaltet. Zahlreiche Ecken und Nischen bieten Frieden, der Teich mit den Enten Trubel und an warmen Tagen kann man sich über die Massen an Office Workers amüsieren, die hier ihre Mittagspause verbringen (… man beachte vor allem, wie die Männerwelt mehr oder weniger dezent auf Pirsch geht!). Bunt verteilt findet man Wasserfälle, Blumenbeete, Grasflächen, Statuen … bemerkenswert unter letzteren die Wolfe-Tone-Statue im der nordöstlichen Ecke des Parks oder das Denkmal für die irische Hungerhilfe für Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in der südöstlichen Ecke. An der nordwestlichen Ecke findet man nicht nur einen Triumphbogen, sondern auch die Haltestelle für Kutschentouren durch Dublin. Der Name des Green stammt übrigens von einer Kapelle, die dem heiligen Stephan geweiht war und zu einer Leprakolonie gehörte. Züge von Kranken sieht man heute nicht mehr, dafür ab und an hektische Polizeiaktionen auf den umlaufenden Strassen: Einige Enten ziehen sich zum Brüten regelmässig in die ruhigeren Gefilde des Royal College of Surgeons oder des Leinster House zurück und latschen dann irgendwann mit ihrem Nachwuchs gen Wasser!
Phoenix Park
eigentlich ein Kapitel für sich und einer der weltgrössten Stadtparks überhaupt. Am nordwestlichen Stadtrand gelegen, wird der Park von zahlreichen Strassen durchkreuzt, lädt aber Dank ausgedehnter Flächen zum Verweilen, Spazierengehen und Erholen ein. Unter falschem Namen: Der Name des Parks stammt nämlich nicht vom Feuervogel, sondern eigentlich vom „fionn uisce“, dem klaren Wasser, das einer Quelle im Furry Glen entsprang … in der Nähe der heute zu bewundernden Säule mit dem Phönix auf der Spitze. Im Park findet man unter anderem den Zoo (siehe unten), den „öffentlichen“ People’s Garden, die Residenz des Botschafters der Vereinigten Staaten, die Residenz der irischen Präsidenten, das Hauptquartier der Garda, die Zentralschule des Zivilschutzes, das Verteidigungsministerium, ein Krankenhaus, eine Schule, ein Pflegeheim, das Ordnance Survey Office, Ashtown Castle (siehe unter Museen). Dazu kommen so unterschiedliche Sporteinrichtungen wie ein Polofeld und zwei Cricket Grounds, Fussballfelder, Seen … das Wellington Monument, das Papstkreuz und die Rotwildherden runden da das Bild nur noch ab. Verpflegung kann man bei den Phoenix Tea Rooms (Nähe Zoo am „Hollow“) oder im Ashtown Castle besorgen, oder auch im Pub „Hole in the Wall“ (der längste Pub Irlands). Der Park ist 24/7 geöffnet, die einzelnen Attraktionen haben ihre eigenen Öffnungszeiten. Einige Worte der Warnung: Die Beleuchtung im Park ist auf Gaslaternen angewiesen, so dass es nach Sonnenuntergang sehr dunkel wird! Als Auto- oder auch Motorradfahrer sollte man während der Nacht äusserst aufmerksam fahren, denn die Hirsche machen eine Kollision immer lebensgefährlich!
Webseite: www.heritageireland.ie
