Shopping in Dublin

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Hmmm, wegen der tollen Einkaufsmöglichkeiten extra nach Dublin? Eher nicht, das stimmt wohl. Dennoch ist etwas „retail therapy“ durchaus Teil des Dublin-Experience, wenn auch vielleicht nicht in amerikanischen Dimensionen. Und nirgendwo gibt es eine solche Auswahl an Leprechaun!

Ja, das sind ja schon eine gewaltige Anzahl von guten Gründen, die irische Hauptstadt selbst zu besuchen und nicht nur als Gateway zum Rest des Landes zu nutzen.

Nur sollte man im 21. Jahrhundert nicht unbedingt das Dublin des „Ulysses“ erwarten, auch schon nicht mehr das Dublin der „Commitments“. Seit der „Celtic Tiger“ durch das Land fegt(e), ist die einstmals verträumteste Hauptstadt Westeuropas aufgewacht. Das hat zum Teil seine guten Seiten, hat andererseits aber auch das Bild vom alternativen, preisgünstigen Urlaubsort etwas nivelliert.

Wer vor zwanzig Jahren zuletzt in Dublin war wird die Stadt kaum wiedererkennen. Verschwunden ist der Schmutz, verschwunden sind die meistem viktorianischen Slums der Innenstadt, verschwunden sind die Horden des Lumpenproletariats. Verschwunden sind allerdings auch die Breakfast Bars, in denen man das „full irish“ mit Kaffee satt für unter £ 1 bekam … heute gibt es eine Tasse Kaffee und die Rechnung bleibt oft gerade noch so unter € 10.

Inflation, wachsender Wohlstand und ein relativ stabiler Absatzmarkt haben Dublins Preise anziehen lassen – und ein nicht unwesentlicher Faktor dabei war der Wunsch vieler Iren, auch ein Stück vom Wohlstandskuchen abzubekommen. Man muss also damit rechnen, sein persönliches Dublin-Bild ändern zu lassen, an die Realität anzupassen.

Und bitte nicht allzu laut über die „Kommerzialisierung“ und den „Ausverkauf des „echten Irland“ jammern, denn viele Iren sehen das ganz anders und sind mit ihrem (zumindest zeitweisen) Platz an der Sonne durchaus zufrieden.

Für den Neueinsteiger in Sachen Dublin sind dies auch gute Nachrichten, denn er kann einen Standard erwarten wie in Paris oder London – vom Verkehrsnetz einmal abgesehen zumindest. Dass sich dieser Standard auch auf die Preise erstreckt, muss nur am Rande erwähnt werden, denke ich. Aber für den Preis bekommt man eben das, was der Durchschnittstourist erwartet. Und wer es alternativer mag oder günstiger haben muss, für den hält man auch noch reichlich Jugendherbergen und Hostels in Irland offen.

Dazu kommen die mittlerweile spottbilligen Möglichkeiten, nach Dublin zu reisen – man kann heute zu Zweit Linie fliegen für das, was in den 1980ern das Interrail-Ticket für eine Person kostete. Auch das sollte man, bei allem vernünftigen Bewusstsein für gestiegene Preise, nicht vergessen!

Und wie steht Dublin im internationalen Vergleich dar? Gewiss hat London mehr zu bieten, aber es fehlt eben doch das typische, irische Flair. Gewiss ist Boston besser touristisch erschlossen, aber allein beim Vergleich der „Famine Monuments“ fällt sofort auf, wo die „mock oirish“ leben. Gewiss kann Hamburg mit mehr Dauermusikals aufwarten, aber im Gegensatz zur „Hamburger Szene“ seligen Angedenkens ist in Dublin viel Musik noch tatsächlich handgemacht. Und letztlich kann man gewiss zwischen Helsinki und Ballermann fast in jedem Marktflecken einen „Original Irish Pub“ finden, aber selbst der kommerziellste Dubliner Pub vermittelt mehr Originalität …

Kurz gesagt: Wer Badeurlaub im Sonnenschein sucht, oder wer Meditation in der Einsamkeit wünscht, für den ist von Dublin abzuraten. Für alle anderen gilt: Nix wie hin!

Und noch einmal zurück zur Anfangsfrage: Sollte es nicht eher heissen „warum nicht Dublin“?

Nicht nur Dublin? – Wenn Sie nicht nur die irische Hauptstadt erkunden möchten sondern ganz Irland auf dem Programm steht, dann nutzen Sie doch einfach die übersichtliche Irland Landkarte.

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