Shopping-Tipps für Dublin

Einige generelle Tipps vorweg: Einkaufen in Dublin ist etwas für Menschen mit Notizblock und Nerven!

Die Preise in der irischen Metropole schwanken derartig, dass man in benachbarten Geschäften zum Beispiel € 8,30 Unterschied zwischen Chart-CDs findet und Guinness-Kleidung bei Carroll’s zu einem Bruchteil des Originalpreises im Doppelpack.

Daher ist es immer ratsam, nicht gleich impulsiv zu kaufen, sondern sich etwas zurückzuhalten und die Preise zu beobachten. Ebenfalls beobachten sollte man seine Wertsachen, denn vor allem in den Spitzenzeiten ist Dublin ein Mekka für Taschendiebe und weniger subtile Strassenräuber (vor allem auf Handys und Geldbörsen aus, die man eben noch in der Hand hatte).

Jetzt aber zum Einkaufsbummel …

Grafton Street

Grafton Street wurde nicht zuletzt durch Dustin’s Lied „Christmas in Dublin“ berühmt … der Truthahn erinnert sich in diesem Zusammenhang vor allem an „all the shops in Grafton Street going mental“. Grob vom Trinity College zum St. Stephen’s Green verlaufend, bietet die Fussgängerzone mehrere Kaufhäuser der besseren Art, eine internationale Mixtur von Ladenketten und Fast-Food-Restaurants sowie, wenn man Glück hat, gute Strassenmusikanten und, wenn man Pech hat, Horden von Touristen, Einkaufenden und vor allem südeuropäischen Sprachschülern. Um Weihnachten herum sollte man die immer wieder aufwendigen Dekorationen in den Fenstern des Kaufhauses „Brown-Thomas“ beachten! Die beste Zeit zum Bummeln und Einkaufen ist unter der Woche zwischen 09:30 und 11:30 Uhr. Absolut zu vermeiden ist die Strasse am Samstag oder Sonntag! Wesentlich interessanter als die Grafton Street selbst erscheinen vielen Besuchern die kleinen Seitenstrassen mit Einkaufsgalerien (Arcades) und dem Powerscourt Town House.

Dawson Street

Das Mekka der Buchfans, denn hier finden sich die mehrstöckigen Waterstone’s und Hodges-Figges, letzterer auch schon von Joyce erwähnt. Ergänzt werden diese durch kleinere Buchläden, so „Murder Ink“ (auf Kriminalromane spezialisiert!) oder Antiquariate. Für den Liebhaber der Bestsellerlisten empfiehlt sich ein kurzer Anstecher in die Nassau Street, wo „Read’s“ fast immer Bestseller zum günstigsten Preis in Dublin verhökert.

Earl Street

Wer wissen will, wo und wie die Iren Geld sparen, ist in der Earl Street richtig. Mitten in Dublin (beginnt direkt am Spire) hält sich hier eine Ansammlung vor grösseren und kleineren Läden, die Alltagskleidung (und anderes) zu Schleuderpreisen anbieten. Die Ware ist meist aus Konkursmassen, aus dubiosen asiatischen Direktimporten oder schlicht vom Lastwagen gefallen.

Henry and Mary Street

Die „ärmere Version“ der Grafton Street, am GPO von der O’Connell Street abzweigend, bietet eine ähnliche Mischung an Geschäften mit leicht angestaubtem Image … es ist nicht alles ganz so glanzvoll. Die Fussgängerzone ist in der Woche etwas weniger überlaufen, am Wochenende jedoch eine absolute „no-go-area“ für Menschen, die nicht den intimen körperlichen Kontakt mit Fremden mögen.

Moore Street

Von der Henry Street abzweigend und zur Parnell Street führend, fällt in der Moore Street zunächst der Strassenmarkt auf. Hier wird Obst und Gemüse verhökert, das von den nahegelegenen Grossmärkten kommt und fast immer unter „2. Wahl“ fällt. Dennoch lohnen sich die Schnäppchen für den schnellen Verzehr. Geradezu abenteuerlich sind die Lieferungen mit Pferdewagen! In den Gebäuden links und rechts haben sich einige hervorragende Schlachter niedergelassen (F.X.Buckley zum Beispiel), daneben Ramschläden, Cafés (die meisten aus der Kategorie „Greasy Spoon“) und Spezialitätenläden für die afrikanische, afro-karibische, asiatische und slawische Gemeinde. Hier bekommt man wirklich alles – Malzbier beim Nigerianer, Trockenfisch aus dem Kaspischen Meer, Reis im 20-Kilo-Sack oder schaufelweise Gewürze bei Nader. Daneben florieren ethnisch orientierte Videotheken, „Telefonläden“ zum Teil auch mit Internet und, fest in irischer Hand, ein Schwarzmarkt mit Zigaretten und Tabak (man achte auf die herumlungernden Gestalten, die ständig „‘bacco“ murmeln!)

O’Connell Street

Die angebliche Prachtmeile Dublins hat in den letzten Jahren heftig gelitten, denn viele der alten Fassaden wurden durch aufwendige Renovierungsarbeiten zerstört. In den Erdgeschossen dominieren meist die Standard-Designs der Ladenketten, der historische Teil erschliesst sich meist erst mit dem Blick auf die andere Strassenseite und über die Köpfe der Massen hinweg. Zentraler Punkt der O’Connell Street ist und bleibt das GPO, auch wenn der Spire starke Konkurrenz macht. Besuchenswert sind Clery’s (ein zum Teil sehr altertümliches Kaufhaus), Eason’s (Buchhandel), das GPO selbst (nicht nur aus historischen Gründen – hier unterhält An Post auch ihren Sonderschalter für Briefmarkensammler) und das kürzlich aussen renovierte Carlton Cinema (nur die Fassade, kein Kinobetrieb!). Daneben kann man sehen, was der Celtic Tiger so an Auswirkungen hatte, als er vorbeiraste – der Traditionsladen „Lir“ ist nur noch durch seine Uhr erkennbar und an eine Souvenir-Kette verkauft, das Stadtbüro der Aer Lingus ist geschlossen und steht leer, im Zuge der Modernisierung wurden alle Bäume auf der O’Connel Street abgesägt …

Temple Bar District

Das „Boheme-Viertel“ von Dublin zieht Touristen magisch an, vor allem zu Speis und Trank, vor allem zu Trank. Daneben finden sich jedoch auch zahlreiche interessante Geschäfte, die einen so bunten Mix wie Kleidung der Punk-Ära, Asienimporte, CDs und Angelköder anbieten. Wenn man nicht gerade letzteres sucht und gezielt zu Rory’s Fish and Tackle pilgert, empfiehlt sich ein Bummelstündchen. Ideal dafür ist der frühe Nachmittag, alle Geschäfte haben auf, die Horden der Office Workers sind verschwunden und die Ströme von Erlebnistouristen noch nicht da.

Website: http://grev.eu/wp1/

Blanchardstown Shopping Centre

Der grösste Konsumtempel in Irland mit dem umliegenden Retail Parks versinkt regelmässig im Chaos (Parkplaätze und Überfüllung) und sollte vor allem am Donnerstagabend, am Samstag ab Mittag und an jedem Sonntag oder Bank Holiday vermieden werden. Zu anderen Zeiten erwartet einen hier ein Mix aus einheimischen und internationalen Ladenketten und Kaufhäusern, darunter grosse Namen wie HMV, Virgin, Dunnes‘ Stores, Roches‘ Stores, Games Workshop, Dixons, Currys, PC World, Atlantic Homecare, Lidl, Oddbins, Argos … kurz: Alles, was das Herz begehrt! Restaurants wie McDonald’s, Burger King, Bewley’s, Eddie Rocket’s, TGI Friday’s, Pizza Hut und BB’s lassen Erholungsphasen zu, ebenso ein Kino mit neun Screens. Wichtiger Hinweis: Merken Sie sich unbedingt, wo Ihr Auto steht, das Gelände ist unübersichtlich bis zum geht-nicht-mehr! Und noch ein Tip: Bringen Sie Geld mit … es gibt zwar ein Dutzend Geldautomaten, diese sind jedoch oft belagert und dann auch schnell leer! Erreichbar ist das Blanchardstown Shopping Centre über die N3 in Richtung Navan.

Webseite: www.blanchardstowncentre.ie

ILAC Centre

Zwischen Henry Street und Parnell Street direkt im Stadtzentrum gelegen, ist das ILAC Centre vor allem ein idealer Parkplatz, einkaufstechnisch hat es nichts Besonderes zu bieten. Einige kleinere Läden zum Beispiel mit Lederwaren oder Asienimporten könnten jedoch für „Spezialisten“ von Interesse sein. Daneben sind mit Dunnes und Roches auch zwei Kaufhäuser zu finden.

Jervis Centre

Nur wenige Schritte vom ILAC Centre entfernt liegt das modernere und etwas mehr „upmarket“ ausgerichtete Jervis Centre an der Ecke Mary Street und Jervis Street. Die Geschäfte sind ein bunter Mix, vom Kaufhaus Marks & Spencer über Buchhandel Waterstone’s bis hin zum Celtic Shop (… Celtic as in Glasgow!). Ein kleiner Foodcourt bietet Notverpflegung in Form von Backwaren, gebackenen Kartoffeln, Fish & Chips und Hühnchen aus Kentucky.

Webseite: www.jervis.ie

Liffey Valley Shopping Centre

Das Liffey Valley Shopping Centre ist dem Blanchardstown Shopping Centre grundsätzlich ähnlich und liegt direkt an der N4 in Richtung Maynooth. Hier findet man jedoch eine stärkere Konzentration auf Mode, dazu den irischen Warner-Brothers-Store, einen zentralen Foodcourt nach US-Muster (… das Miami-Beach-Decor ist allerdings eher „tacky“) mit vor allem Fast-Food-Ketten, aber auch einem Wok-Schwinger, das Nobelkaufhaus Marks & Spencer, Zubehör den eigenen Garten und den Heimwerkerkönig B&Q. Ein Steak-Restaurant und das Kino mit einem Dutzend Screens sind das Ziel vieler Besucher am Abend. Die Parkplätze rund um das Liffey Valley Centre sind mit Farbkodierung und Reihennummern weitaus besser ausgeschildert als in Blanchardstown.

Webseite: www.liffeyvalley.ie

St. Stephen’s Green Shopping Centre

Direkt am St. Stephen’s Green gelegen, ist dieses Einkaufszentrum eine kühne Metall- und Glaskonstruktion im Stil des Crystal Palace oder viktorianischer Bahnhofshallen und fällt so schon optisch angenehm aus dem Rahmen. Dies wird jedoch etwas „wettgemacht“ durch enge Gänge und eine etwas unübersichtliche Anordnung der einzelnen Geschäfte … viele Menschen etwa finden trotz häufiger Besuche die Kunst- und Antiquitätenhändler im obersten Geschoss nicht. Durch seine zentrale Lage ist das Centre oft überlaufen und macht dann, trotz der an sich lichten Konstruktion, einen bedrohlich-engen Eindruck. Für Besuchszeiten gelten daher dieselben Richtlinien wie bei der benachbarten Grafton Street.

Webseite: www.stephensgreen.com

St. Stephen’s Green Shopping Centre
St. Stephen’s Green Shopping Centre
6 Kommentare zu "Shopping-Tipps für Dublin"

Hallo Jana,
in der Regel haben die Läden in Irland am 31.12. regulär geöffnet. Clubs schließen auch wie gewohnt um 02:30 Uhr. Bei den Pubs bin ich mir nicht sicher, ob diese an Silvester auch bis 2:30 Uhr öffnen dürfen. Der öffentliche Nahverkehr stellt gegen 23:00 Uhr seinen Betrieb ein oder verringert die Anzahl der Verbindungen.
Der 1.1. ist ein gesetzlicher Feiertag. Die meisten Geschäfte (bis auf Restaurants, Bars, etc.) haben geschlossen, allerdings haben größere Ladenketten auch manchmal die selben Öffnungszeiten wie an Sonntagen.

Viele Grüße,
Dublin.de

Hallo,

in der Regel haben die Läden Montags bis Samstags von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. In manchen größeren Geschäften kann man an Donnerstagen bis 20:00 oder 21:00 Uhr und manchmal sogar Sonntags einkaufen.

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