Dublins Kunstszene lässt sich zu großen Teilen kostenlos erleben. Die Dauerausstellungen der wichtigsten staatlichen Häuser – National Gallery, IMMA und die Sammlungen des National Museum of Ireland – kosten keinen Eintritt; einen eigenen Kunst-Museumspass braucht man dafür nicht. Bezahlt wird höchstens für einzelne Sonderausstellungen.
Dieser Überblick ordnet die großen Galerien nach Interessen, nennt aktuelle Öffnungszeiten für 2026 und sagt, was sich wo lohnt. Wer es konkreter nach Häusern sortiert mag, findet die Sammlungen und Bibliotheken im Museums-Ratgeber; literarische Orte vertiefen wir im Guide zu den Schriftstellern Dublins.
National Gallery of Ireland – alte Meister gratis
Die National Gallery of Ireland am Merrion Square West (Haupteingang an der Clare Street, Dublin 2) ist das erste Ziel für klassische Malerei. Der Eintritt in die Dauerausstellung ist frei, nur ein Teil der Sonderausstellungen ist kostenpflichtig (Mitglieder gratis).
Das wichtigste Werk des Hauses ist Caravaggios „The Taking of Christ” von 1602, das jahrzehntelang verschollen galt und in Dublin wiederentdeckt wurde. Dazu kommt Vermeers „Lady Writing a Letter with her Maid” – eines von nur rund 35 erhaltenen Vermeers weltweit. Die Galerie besitzt außerdem die weltweit größte Sammlung von Jack B. Yeats, darunter „The Liffey Swim”, sowie Arbeiten von Rembrandt, Monet und Picasso.
Öffnungszeiten 2026:
- Montag: 11:00–17:30 Uhr
- Dienstag und Mittwoch: 9:15–17:30 Uhr
- Donnerstag: 9:15–20:30 Uhr (langer Abend)
- Freitag und Samstag: 9:15–17:30 Uhr
- Sonntag: 11:00–17:30 Uhr
Der letzte Einlass liegt 15 Minuten vor Schließung, die Obergeschosse beginnen schon ab 16:50 Uhr (donnerstags ab 19:50 Uhr) zu schließen – Top-Werke also nicht auf den letzten Moment aufheben. Kostenlose öffentliche Führungen gibt es ohne Voranmeldung.
Anfahrt: mit der LUAS Green Line bis Dawson Street, von dort rund 6 Minuten zu Fuß. Die Busse 4, 7 und 8 halten an Merrion Square North bzw. Clare Street, die 39a an der Merrion Row.
IMMA – moderne Kunst im Royal Hospital Kilmainham
Das Irish Museum of Modern Art (IMMA) liegt im Royal Hospital Kilmainham (Dublin 8, D08 FW31) auf einem 48 Acre großen Gelände im Westen der Stadt. Der Schwerpunkt liegt auf irischer und internationaler moderner und zeitgenössischer Kunst. Der Eintritt ist frei, einzelne Ausstellungen können kostenpflichtig sein.
Öffnungszeiten 2026:
- Dienstag bis Freitag: 11:30–17:30 Uhr
- Samstag: 10:00–17:30 Uhr
- Sonntag: 12:00–17:30 Uhr
- Montag: geschlossen
Der letzte Einlass in die Galerien ist um 17:15 Uhr. Kostenlose Führungen (ohne Buchung, maximal 20 Personen) finden mittwochs, samstags und sonntags um 14:30 Uhr statt und dauern rund 30 Minuten. Für die Besichtigung sollte man 2 bis 3 Stunden einplanen; das Gelände mit Außenskulpturen und Kunst-Trail eignet sich gut für Familien, die Aktivitäts-Pakete ausleihen können. Fotografieren ist nur in bestimmten Galerien erlaubt und immer ohne Blitz.
Im Programm 2026 stehen unter anderem die Ausstellung „Fisherwoman, Fisherwoman” mit Camille Souter und Alberta Whittle sowie das kostenlose Sommerprogramm „Summer at IMMA” von Juni bis August mit Ausstellungen, Performances, Screenings und Workshops. Von Mai bis September gibt es donnerstags und freitags abends die Reihe „IMMA Nights”, im Herbst arbeiten Künstler in Residenzen vor Ort.
Anfahrt: mit der LUAS Red Line bis Heuston Station, dann etwa 8 Minuten zu Fuß über die Military Road. Alternativ fahren die Dublin-Bus-Linien 68, 69 und 79 ab Aston Quay. Wer ohnehin den Nahverkehr nutzt, findet die Tickets im Ratgeber zur Leap Card.
Hugh Lane Gallery – wegen Sanierung geschlossen
Die Hugh Lane Gallery im Charlemont House am Parnell Square North (Dublin 1) ist eigentlich Dublins zweites großes Haus für moderne und zeitgenössische Kunst – mit Impressionisten aus der Lane-Schenkung und dem berühmten Francis-Bacon-Atelier. Dieses 1998 aus 7 Reece Mews in London gestiftete und ab 2001 öffentlich gezeigte Atelier wurde Raum für Raum nach Dublin versetzt.
Wichtig für die Reiseplanung 2026: Die Galerie ist seit dem 28. September 2025 wegen umfassender Sanierung geschlossen und bleibt das voraussichtlich mindestens drei Jahre – eine Wiedereröffnung ist also frühestens um 2028 zu erwarten. Das Bacon-Atelier bleibt während der Arbeiten vollständig geschützt am Standort, ist aber in dieser Zeit nicht zugänglich. Wer moderne Kunst sucht, geht in diesen Jahren ins IMMA oder in die RHA Gallery.
Joyce-Spuren – Literatur zum Anfassen
Für Literatur-Interessierte führen zwei Orte direkt zu James Joyce. Das James Joyce Centre in der 35 North Great George’s Street (Dublin 1) residiert in einem restaurierten georgianischen Stadthaus aus dem 18. Jahrhundert. Zu sehen sind unter anderem die Original-Tür von Nr. 7 Eccles Street aus dem „Ulysses” und der Maginni Room sowie wechselnde Ausstellungen und interaktive Führungen. Geöffnet ist Dienstag bis Samstag von 10:30 bis 16:30 Uhr (über Ostern, vom 3. bis 6. April 2026, geschlossen).
Der James Joyce Tower & Museum ist ein Martello-Turm an der Sandycove Point bei Dún Laoghaire – Schauplatz der Eröffnungsszene des „Ulysses”. Er ist Donnerstag bis Sonntag von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei (eine kleine Spende bei Voranmeldung ist willkommen). Wegen der Lage an der Küste eignet er sich als Halbtagesausflug. Mehr zu den literarischen Häusern und Orten der Stadt steht im Guide zu den Schriftstellern Dublins.
Kleinere Galerien und Street Art
Neben den großen Häusern lohnt der Blick in Dublins lebendige Galerienszene, die fast durchweg kostenlos zugänglich ist:
- RHA Gallery der Royal Hibernian Academy, direkt neben der National Gallery, mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.
- Kerlin Gallery, seit 1988 nahe der Grafton Street, eine der renommiertesten kommerziellen Galerien der Stadt.
- Project Arts Centre und Temple Bar Gallery + Studios im Viertel Temple Bar mit Fokus auf junge und experimentelle Kunst.
- Molesworth Gallery in der Nähe des Leinster House.
Wer lieber draußen schaut: Street-Art-Hotspots sind Temple Bar (etwa die Murals am Blooms Hotel) sowie Smithfield, die Camden Street, Portobello und die Docklands. Eine Runde durch diese Viertel kostet nichts und passt gut zwischen zwei Galeriebesuche.
Beste Reisezeit und Kunst-Events 2026
Für Kunstreisen lohnen vor allem die ruhigeren Monate. Als Nebensaison gelten Mai/Juni und September/Oktober – mildes Wetter, lange Tage und weniger Andrang. Die Hochsaison von Juni bis August ist wärmer, aber deutlich voller; das gilt erfahrungsgemäß auch an Wochenenden. Was Sie wettermäßig erwartet, steht im Klima-Ratgeber.
Diese Termine sind 2026 besonders interessant:
- RHA Annual Exhibition (196. Ausgabe): 25. Mai bis 9. August, kostenlos.
- Bloomsday Festival rund um Joyce: 11. bis 16. Juni.
- Culture Night Dublin: Freitag, 19. September, mit über 350 kostenlosen Veranstaltungsorten, üblicherweise von etwa 17 bis 23 Uhr.
- Dublin Gallery Weekend: 5. bis 8. November.
Praktisch für die Routenplanung: National Gallery, RHA und der Merrion Square liegen dicht beieinander und lassen sich gut an einem Tag im Zentrum verbinden, während IMMA und Kilmainham im Westen eher einen eigenen Halbtag verdienen. Da die großen Galerien ohnehin frei sind, lohnt ein kommerzieller Kombi- oder Sightseeing-Pass vor allem für kostenpflichtige Attraktionen – mehr dazu im Dublin-Pass-Ratgeber. Weitere Termine sammelt unser Veranstaltungskalender.