The Liberties
Brauerei- und Marktviertel westlich der Altstadt
Übersicht
Dublins Viertel im Überblick, vom Brauereiviertel The Liberties über Georgian Dublin, Smithfield & Stoneybatter und die Docklands bis zum Fischerort Howth. Alle frei begehbar.
Brauerei- und Marktviertel westlich der Altstadt
Georgianische Plätze & Museumsquartier im Südosten
Whiskey, Kopfsteinpflaster & Dorfcharakter im Norden
Modernes Hafenviertel an der Liffey-Mündung
Fischerort mit Hafen, Cliff Walk & Vogelinsel
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Drei Begriffe meinen in Dublin drei verschiedene Dinge, und wer sie verwechselt, sucht an der falschen Stelle.
Die Innenstadt ist amtlich das Gebiet zwischen den beiden Kanälen: Der Grand Canal begrenzt sie im Süden, der Royal Canal im Norden. Alles dazwischen trägt die Postbezirke Dublin 1 (nördlich der Liffey) und Dublin 2, 4, 6, 7 und 8 (überwiegend südlich). In dieser Fläche liegt praktisch das gesamte Besucherprogramm.
Das Zentrum im touristischen Sinn ist erheblich kleiner: ein Rechteck von rund zwei Quadratkilometern zwischen St. Stephen's Green im Süden, der O'Connell Bridge im Norden, Trinity College im Osten und Christ Church im Westen. Von einer Ecke zur anderen läuft man rund 20 Minuten. Die Grafton Street ist seine südliche Hauptachse, die O'Connell Street die nördliche, dazwischen liegt Temple Bar.
Eine Altstadt im Sinne eines geschlossenen mittelalterlichen Kerns hat Dublin nicht. Das mittelalterliche Dublin lag rund um Dublin Castle, Christ Church Cathedral, St Audoen's und den Wood Quay am Liffey-Ufer; große Teile davon verschwanden im 18. Jahrhundert unter georgianischen Neubauten und in den 1970er Jahren unter Verwaltungsbauten am Wood Quay. Was heute als „Altstadt" fotografiert wird, sind meist die Kopfsteinpflastergassen von Temple Bar - die stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und wurden in den 1990er Jahren saniert. Wer das wirklich alte Dublin sucht, geht ins Dublinia und dann zu Fuß über Christ Church, St Audoen's und die Stadtmauerreste an der Cook Street.
Zur groben Orientierung: Die Liffey trennt Nord von Süd, die Postbezirke folgen ihr (ungerade Nummern nördlich, gerade südlich). Der Süden trägt die meisten Sehenswürdigkeiten, Museen und Einkaufsstraßen, der Norden die O'Connell Street, das General Post Office und die Theater. Wo genau was liegt, zeigt die Karte von Dublin.
Dublin ist kompakt, und die Liffey teilt die Stadt in eine Nord- und eine Südseite. Unsere Viertel-Porträts stellen vier innerstädtische Quartiere vor, die das Stadtbild jenseits der bekannten Sehenswürdigkeiten prägen, dazu Howth, den Fischerort auf der Halbinsel, als klassischen Ausflug.
Westlich der Altstadt liegen The Liberties, das älteste Viertel der Stadt, früher Weber- und Arbeiterquartier, bis heute das Zentrum der Brau- und Brennereitradition. Hier steht das Guinness Storehouse, Irlands meistbesuchte Attraktion, am östlichen Rand die St. Patrick's Cathedral mit der benachbarten Marsh's Library von 1707. Die Straßenmärkte an Meath Street und die Antiquitätenläden der Francis Street zeigen ein Dublin, das in der Innenstadt weitgehend verschwunden ist.
Südöstlich des Trinity College beginnt Georgian Dublin rund um Merrion Square und Fitzwilliam Square, backsteinrote Stadthäuser des 18. Jahrhunderts mit den berühmten bunten Türen. Kaum ein Viertel versammelt so viele Museen auf so wenig Raum: die National Gallery of Ireland mit Vermeer und Caravaggio, das viktorianische Natural History Museum und die National Library, alle kostenlos.
Nördlich der Liffey liegen Smithfield & Stoneybatter, zwei zusammengewachsene Quartiere zwischen den Four Courts und dem Phoenix Park. Am neu gepflasterten Smithfield Square führt die Jameson Distillery Bow St. durch die alten Brennereigebäude, ein paar Schritte weiter birgt St. Michan's Church ihre berühmte Mumien-Krypta; die viktorianischen Cottage-Straßen Stoneybatters gehören zu den gefragtesten Wohnlagen der Stadt.
Am Liffey-Ostende schließlich zeigen die Docklands Dublins jüngstes Gesicht - Glasarchitektur, Kaipromenaden und die Samuel Beckett Bridge, dazwischen das Custom House von 1791 und das Auswanderermuseum EPIC im alten Zollspeicher CHQ. Wer mehr Zeit hat, hängt die Wanderung über die Great South Wall zum roten Poolbeg Lighthouse an.
Zwei Gegenden fehlen bewusst in den Porträts, weil wir sie als eigene Sehenswürdigkeiten führen. Temple Bar, das Kopfsteinpflaster-Ausgehviertel am Südufer, ist frei zugänglich und der zentrale Ausgangspunkt zwischen Trinity College und Dublin Castle, der Ruf als überteuerte Partymeile ist nicht unbegründet, doch dazwischen liegen ernstzunehmende Kulturhäuser wie das Irish Film Institute. Nördlich der O'Connell Bridge verläuft die breite O'Connell Street mit dem General Post Office, Schauplatz des Osteraufstands 1916, und dem 120 Meter hohen The Spire. Südlich davon führt die Fußgängerzone Grafton Street zum St. Stephen's Green, dessen Park ebenfalls gratis ist.
Howth ist kein innerstädtisches Viertel, sondern der klassische Tagesausflug der Dubliner, mit der DART ab Connolly, Tara Street oder Pearse Station in rund 25 Minuten erreichbar. Der Fischerort auf der Halbinsel nordöstlich der Stadt bietet den Hafen mit Fischhändlern an der Westmole, die Klippenwanderung mit Blick auf den Baily Lighthouse (je nach Variante eineinhalb bis drei Stunden) und die Ruine der St. Mary's Abbey über dem Hafen. Bis auf die Bahnfahrt kostet das alles nichts; bewährt hat sich, vormittags zu wandern und den Nachmittag Hafen, Howth Castle und Fischrestaurants zu überlassen.
Die Viertel selbst sind durchweg kostenlos - Straßen, Plätze, Märkte und Promenaden haben keinen Eintritt. Geld kostet nur, was man hineingeht: das Guinness Storehouse ab 24 € online, die Jameson-Tour ab 26 €, das EPIC-Museum regulär 22 € (online günstiger). Gratis sind dagegen die großen Nationalmuseen in Georgian Dublin und der St. Stephen's Green Park. Die sonst kostenlose Chester Beatty Library ist mit dem gesamten Dublin-Castle-Gelände vom 15. Juni bis Ende Dezember 2026 geschlossen.
Zur Orientierung hilft das Postbezirk-System: ungerade Nummern liegen nördlich der Liffey, gerade südlich - Ausnahme ist der Phoenix Park, der trotz Nordlage zu Dublin 8 gehört. Die begehrtesten Lagen sind Dublin 2 (Trinity, Grafton Street) und Dublin 4 (Ballsbridge). Die innerstädtischen Viertel liegen so dicht beieinander, dass sie sich gut zu Fuß verbinden lassen; von Smithfield sind es nur wenige Minuten bis zum Haupteingang des Phoenix Park, und westlich der Liberties wartet mit dem Kilmainham Gaol eines der eindrücklichsten Geschichtsmuseen der Stadt.