Der Dublin Zoo zählt zu den ältesten zoologischen Gärten der Welt und ist mit über einer Million Besuchern jährlich Irlands meistbesuchte Familienattraktion. Auf 28 Hektar im Phoenix Park leben rund 400 Tiere aus etwa 100 Arten – von Giraffen und asiatischen Elefanten über Gorillas und Orang-Utans bis zu Schneeleoparden und Roten Pandas.
Geschichte und Bedeutung
Die Royal Zoological Society of Dublin wurde am 10. Mai 1830 gegründet, der Zoo selbst öffnete am 1. September 1831. Entworfen hat die Anlage der englische Architekt Decimus Burton. Die ersten 46 Säugetiere und 72 Vögel kamen als Schenkung vom London Zoo.
Eine wegweisende Entscheidung fiel 1840: Sonntags wurde der Eintritt auf einen Penny gesenkt. Damit öffnete sich der Zoo auch für weniger wohlhabende Dubliner und gewann dauerhaft die Sympathie der Stadt. 1844 traf die erste Giraffe ein, 1855 das erste Löwenpaar – ein Jahr später gelang die erste erfolgreiche Löwenzucht. Die Dubliner Löwen erlangten weltweite Bekanntheit; selbst US-Präsident Ulysses S. Grant besuchte sie nach seiner Amtszeit.
Ende der 1980er-Jahre stand der Zoo vor der Schließung. Spendenaktionen und staatliche Zuschüsse retteten ihn. 1997 erhielt er 13 Hektar Land von Áras an Uachtaráin, der Residenz des irischen Präsidenten. Auf dieser Fläche entstand die African Savanna, die im Jahr 2000 eröffnet wurde.
Lebensräume und Tiere
Die Anlage gliedert sich in thematische Lebensräume statt in klassische Käfigreihen:
- African Savanna: der größte Bereich mit Giraffen, Breitmaulnashörnern, Zebras und Straußen
- Kaziranga Forest Trail: asiatische Elefanten in nachempfundener Regenwaldumgebung
- Gorilla Rainforest und Orangutan Forest: die großen Menschenaffen
- Wolves in the Woods: ein Rudel Grauwölfe; Sea Lion Cove mit Seelöwen
- Himalayan Hills: Schneeleoparden und Rote Pandas
- Family Farm, South American House und Zoorassic World für jüngere Besucher
Als gemeinnützige Organisation beteiligt sich der Zoo am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) und führt die Zuchtbücher für Springtamarine, Molukkenkakadus und Orangehaubenkakadus. Täglich finden kommentierte Tierfütterungen statt, dazu gibt es Workshops und Lernprogramme rund um Artenschutz und Nachhaltigkeit.
Lohnt sich der Besuch?
Für Familien mit Kindern ist der Dublin Zoo eine der lohnendsten Adressen der Stadt: weitläufig, gut beschildert und mit echten Tierhighlights. Wer ohne Kinder reist und nur wenige Tage Zeit hat, sollte ehrlich abwägen – ein voller Halbtag im Park am Stadtrand geht zulasten der historischen Innenstadt. Wer den Phoenix Park ohnehin erkunden will, kann den Zoo gut anschließen.
Plane mindestens drei Stunden ein, um alle Lebensräume zu sehen; mit Pausen oder kleinen Kindern wird es ein halber Tag. Beachte: Die African Savanna schließt jeweils 30 Minuten vor dem Rest des Zoos – lass sie nicht bis zum Schluss übrig.
Besuch und Praktisches
Der Zoo liegt im Phoenix Park am westlichen Stadtrand. Die Buslinie 99 fährt direkt von der Parkgate Street zum Eingang. Mit der Luas Red Line erreichst du die Heuston Station, von dort sind es rund 20 Gehminuten durch den Park. Mehr zu Bussen und Bahn findest du im Guide Öffentlicher Nahverkehr.
- Tickets: Am günstigsten ist die Online-Buchung über die offizielle Seite – sie spart bis zu 15 Prozent gegenüber dem Kassenpreis und sichert dir den gewählten Besuchstag. Ein eigenes Skip-the-Line-Produkt gibt es nicht.
- Beste Zeit: Am ruhigsten ist es gleich zur Öffnung um 9:30 Uhr oder in den letzten zwei Stunden vor Schließung. Voll wird es an Wochenenden, Feiertagen, in den Schulferien und im Sommer.
- Reizempfindliche Besucher: Der Zoo bietet ruhigere Sensory-Friendly Zoo Mornings an.
- Öffnungszeiten: täglich ab 9:30 Uhr, Schließzeit saisonal zwischen 16:00 und 18:00 Uhr, letzter Einlass eine Stunde vorher. Geschlossen nur am 25. und 26. Dezember.
Mehr Ausflugsziele im Grünen findest du im Guide Parks in Dublin. Wer mehrere kostenpflichtige Attraktionen besucht, sollte prüfen, ob sich der Dublin Pass rechnet, und im Überblick Sehenswürdigkeiten weitere Highlights vergleichen.