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Politik & Regierung

Four Courts – Gandons Gerichtspalast am Inns Quay

Die Four Courts am Inns Quay sind Irlands wichtigstes Gerichtsgebäude von James Gandon. Öffentliche Verhandlungen sind frei zugänglich – Tipps für deinen Besuch.

Four Courts – Gandons Gerichtspalast am Inns Quay
Inhalt

Die Four Courts am Inns Quay sind das wichtigste Gerichtsgebäude Irlands und einer der besten Entwürfe von James Gandon, dem Architekten des nahen Custom House. Der neoklassizistische Bau mit seiner mächtigen Kuppel wird vom Liffey-Ufer oft für eine Kirche gehalten. Wer mag, bleibt nicht beim Blick von außen: Öffentliche Verhandlungen sind frei zugänglich, und so kommst du auch als Besucher in das Gebäude und in die imposante Round Hall.

Gandons Entwurf

Die Four Courts entstanden hauptsächlich zwischen 1786 und 1796 nach einem Entwurf von James Gandon, der fast zeitgleich flussabwärts das Custom House schuf. Letzte Arbeiten an Arkaden und Seitenflügeln wurden 1802 abgeschlossen. Anders als der Schwesternbau im Hafen strebt der Zentralbau mit seinen korinthischen Säulen nicht ganz so in die Höhe: Über dem Portikus sitzt eine Dachtrommel mit etwas flacherer Kuppel.

Herzstück ist die Round Hall, eine kreisrunde Eingangshalle von rund 20 Metern Durchmesser, die hoch oben in der Kuppel endet. Sie gilt als physisches und geistiges Zentrum des Gebäudes – und ist der Raum, den Besucher öffentlicher Verhandlungen zu sehen bekommen.

Bürgerkrieg und Archivverlust

Während des Osteraufstands 1916 wurde der Bau von britischen Truppen beschädigt, im Bürgerkrieg 1922 dann von Truppen der Provisorischen Regierung schwer getroffen. Bei diesem Angriff wurde auch das im Westflügel untergebrachte Public Record Office vernichtet – Aufzeichnungen aus rund 700 Jahren irischer Geschichte gingen verloren, darunter Gandons Originalentwürfe. Beim 1932 abgeschlossenen Wiederaufbau verzichtete man auf eine originalgetreue Rekonstruktion der kunstvollen Innenausstattung, weshalb manche der von Gandon konzipierten Effekte heute fehlen.

Welche Gerichte hier tagen

Die „vier Gerichtshöfe”, die dem Gebäude den Namen geben, sind längst nicht mehr die einzigen. 2026 sitzen hier der Supreme Court, der Court of Appeal, der High Court und der Dublin Circuit Court. Die meisten Strafverfahren zogen mit Eröffnung der Criminal Courts of Justice an der Parkgate Street im Januar 2010 dorthin; der Central Criminal Court tagt seither am neuen Standort.

Die Sitzungen gliedern sich in vier Terms: Michaelmas (erster Montag im Oktober bis 21. Dezember), Hilary (ab 11. Januar), Easter und Trinity (Ende 31. Juli). Dazwischen liegt von Ende Juli bis Anfang Oktober die Long Vacation, in der kaum verhandelt wird.

Der Besuch

Der schönste Blick auf die Fassade mit Kuppel und Säulenportikus bietet sich vom gegenüberliegenden Südufer der Liffey. Für das Innere brauchst du keinen Termin und keine Voranmeldung – Gerichtsverhandlungen sind in der Regel öffentlich. Über den Haupteingang am Inns Quay geht es nach einer Sicherheitskontrolle hinein. In der Round Hall lässt sich das Treiben der Anwälte in schwarzen Roben verfolgen, und du kannst öffentlichen Verhandlungen beisitzen.

  • Eintritt frei, kein Ticket nötig; nur eine Sicherheitskontrolle am Eingang.
  • Werktags (Mo–Fr) während der Term-Zeiten kommen; in der Sommerpause (Ende Juli bis Anfang Oktober) tagt kaum ein Gericht.
  • Vorab im Legal Diary (legaldiary.courts.ie) prüfen, welche Fälle gelistet sind. Die Liste wird werktags um 17 Uhr aktualisiert.
  • In den Sälen gilt: Handys lautlos, keine Fotos oder Aufnahmen. Bei einem In-camera-Schild ist kein Zutritt erlaubt.
  • Große Gruppen kontaktieren vorab das örtliche Gerichtsbüro; wer Mobilitätsunterstützung benötigt, informiert das Gericht im Voraus.

Realistisch ist der Innenbesuch vor allem etwas für Architektur- und Justizinteressierte; wer wenig Zeit hat, bekommt das Bauwerk auch vom Ufer aus eindrucksvoll zu sehen. In direkter Nähe liegt mit St. Michan’s Church ein lohnendes Ziel; mehr zur Anreise findest du im Nahverkehr-Guide, und der Überblick Sehenswürdigkeiten hilft bei der Tagesplanung.

Häufige Fragen

Was kostet der Besuch der Four Courts?+

Der Besuch ist kostenlos. Wer öffentliche Gerichtsverhandlungen mitverfolgt, zahlt keinen Eintritt und braucht kein Ticket. Lediglich eine Sicherheitskontrolle am Haupteingang ist zu passieren.

Kann man die Four Courts besichtigen?+

Die Four Courts sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Besucher dürfen öffentliche Verhandlungen mitverfolgen und dabei die Round Hall sehen. Ausgeschlossen sind nur Fälle, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit (in camera) verhandelt werden.

Wann hat das Gebäude geöffnet?+

Die Gerichte tagen Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen ist geschlossen. Verhandlungen finden während der Term-Zeiten statt; von Ende Juli bis Anfang Oktober ist Sommerpause (Long Vacation).

Welche Gerichte sind in den Four Courts untergebracht?+

Im Gebäude sitzen Supreme Court, Court of Appeal, High Court und der Dublin Circuit Court. Die meisten Strafverfahren zogen 2010 in die neuen Criminal Courts of Justice an der Parkgate Street; dort tagt seither der Central Criminal Court.

Muss ich vor dem Besuch etwas beachten?+

Im Legal Diary (legaldiary.courts.ie) lässt sich prüfen, welche Fälle gelistet sind. In den Sälen gelten Verhaltensregeln – Handys lautlos, keine Fotos oder Aufnahmen, und bei einem In-camera-Schild kein Zutritt.