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Klima in Dublin

Mildes Ozeanklima ohne Extreme – Dublin hat laue Sommer, frostarme Winter und rund 200 Regentage. Alle Klimadaten der Normalperiode 1991–2020 im Überblick.

Klima in Dublin
Inhalt

Dublin liegt an der irischen Ostküste am Rand des Atlantiks und hat ein ausgesprochen ausgeglichenes ozeanisches Klima. Es gibt keine echten Hitzewellen und keine strengen Frostperioden, dafür viel Wind, hohe Luftfeuchte und über das Jahr verteilten Regen. Die folgenden Werte stammen von der amtlichen Wetterstation Dublin Airport und beziehen sich auf die aktuelle Klima-Normalperiode 1991–2020 von Met Éireann, dem irischen Wetterdienst. Diese 30-Jahres-Periode hat die ältere von 1981–2010 abgelöst – ältere Durchschnittswerte aus Reiseführern liegen daher meist etwas zu niedrig.

Milde Sommer, frostarme Winter

Das Jahresmittel der Temperatur liegt bei 9,7 Grad. Über das Jahr verschiebt sich das Thermometer erstaunlich wenig: Im kältesten Monat Januar bewegen sich die Werte im Schnitt zwischen 2,3 und 8,0 Grad (Monatsmittel 5,2 Grad), im wärmsten Monat Juli zwischen 11,3 und 19,5 Grad (Monatsmittel 15,4 Grad). Das ist die ganze saisonale Spanne – Dublin kennt weder die heißen Sommer noch die kalten Winter des kontinentalen Europas.

Die mittleren Tageshöchstwerte entwickeln sich über das Jahr so:

  • Winter – Januar 8,0 Grad, Februar 8,5 Grad, Dezember 8,3 Grad
  • Frühling – März 10,1 Grad, April 12,3 Grad, Mai 14,8 Grad
  • Sommer – Juni 17,7 Grad, Juli 19,5 Grad, August 19,1 Grad
  • Herbst – September 16,9 Grad, Oktober 13,6 Grad, November 10,3 Grad

Nachts kühlt es spürbar ab: Die mittleren Tiefstwerte liegen im Hochsommer bei rund 11 Grad (Juli 11,3 Grad, August 11,2 Grad) und im Winter knapp über null (Januar 2,3 Grad, Dezember 2,6 Grad). Echten Luftfrost gibt es im Schnitt nur an etwa 35 Tagen im Jahr, konzentriert zwischen November und März – allein auf Januar und Februar entfallen jeweils gut sieben Frosttage, während die Monate Juni bis September praktisch frostfrei bleiben.

Niederschlag – oft, aber selten viel

Dublin gilt als Regenstadt, doch die Zahlen relativieren das: Am Flughafen fallen im Jahr nur 772,5 mm Niederschlag. Das ist für irische Verhältnisse wenig – die regenreiche Westküste bekommt ein Vielfaches ab. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern die Häufigkeit. Met Éireann zählt einen Regentag ab 0,2 mm und einen nassen Tag ab 1,0 mm Niederschlag. Nach dieser Definition kommt Dublin auf rund 200 Regentage pro Jahr, davon etwa 137 nasse Tage. Es regnet also häufig, aber oft nur kurz und schwach.

Über die Monate verteilt sich der Regen so:

  • Nassester Monat – November mit 82,7 mm und im Schnitt 18,3 Regentagen
  • Trockenster Monat – März mit 51,4 mm, eng gefolgt von April (55,0 mm) und Mai (57,0 mm)
  • Spätsommer-Spitze – August fällt mit 73,4 mm und 17,1 Regentagen aus dem Sommertrend heraus

Das Frühjahr von März bis Mai ist die trockenste Phase, der Spätherbst von Oktober (78,4 mm) bis Dezember (72,1 mm) die nasseste. Die Zahl der Regentage schwankt dabei weniger stark als die Menge: Selbst der trockenste Monat hat noch über 15 Regentage. Wer also auf einen komplett trockenen Aufenthalt hofft, plant unrealistisch – ein paar Schauer gehören in Dublin praktisch immer dazu.

Wind und Luftfeuchte prägen das Gefühl

Was Dublin oft kühler wirken lässt, als das Thermometer hergibt, sind Wind und Feuchte. Die mittlere Luftfeuchte am Morgen liegt das ganze Jahr hoch, in den Wintermonaten bei rund 88 bis 89 Prozent (November 89,4, Januar und Februar je 87,9 Prozent). Diese feuchte Luft ist der Grund für das nasskalte Empfinden, das viele Besucher im Winter beschreiben – die gefühlte Kälte übersteigt die gemessene deutlich.

Dazu kommt der Wind. Im Jahresmittel weht es mit 10,5 Knoten, also etwa 19 km/h. Die windigsten Monate sind November bis Februar mit rund 11 bis 12 Knoten (etwa 21 bis 23 km/h), am ruhigsten ist es im Hochsommer (Juli 9,1 Knoten). In den Wintermonaten kann es entsprechend ungemütlich werden. Praktisch heißt das: Eine winddichte, wasserabweisende Jacke ist dem Regenschirm überlegen, der bei Böen ohnehin schnell den Dienst versagt.

Sonne und Tageslicht – die extreme Spanne

Dublin liegt weit im Norden, und das merkt man vor allem an der Tageslänge. Zur Sommersonnenwende am 21. Juni geht die Sonne gegen 04:54 Uhr auf und erst gegen 21:59 Uhr unter – über 17 Stunden Tageslicht. An langen Juni- und Juliabenden bleibt es entsprechend bis weit in den Abend hell. Zur Wintersonnenwende am 21. Dezember kehrt sich das Bild um: Sonnenaufgang erst gegen 08:38 Uhr, Sonnenuntergang schon gegen 16:08 Uhr, macht nur rund 7,5 Stunden Tageslicht. Zwischen längstem und kürzestem Tag liegen damit fast 9,5 Stunden.

Bei der Sonnenscheindauer ist Dublin moderat ausgestattet: Im Jahresmittel sind es rund vier Sonnenstunden pro Tag. Am sonnigsten sind Mai und Juni mit etwa sechs Stunden täglich, am trübsten ist der Dezember mit nur rund anderthalb Stunden. Wer Licht und Sonne sucht, reist also klar im späten Frühjahr und Frühsommer.

Schnee – die seltene Ausnahme

Schnee ist in Dublin ein Randthema. Im Mittel gibt es nur etwa 12,5 Tage im Jahr mit Schnee oder Schneeregen, fast ausschließlich zwischen Dezember und März (Januar und Februar je rund drei Tage, März 2,4, Dezember 2,3 Tage). Von Mai bis Oktober fällt praktisch kein Schnee. Und selbst wenn es schneit, bleibt in der milden Stadtluft messbarer oder liegen bleibender Schnee die Ausnahme. Eine verlässliche Schneemenge in Zentimetern lässt sich für Dublin nicht angeben – Met Éireann führt nur die Zahl der Tage mit Schnee oder Schneeregen, keine aufbereitete Schneefall-Norm.

Mikroklima – warum die City wärmer ist

Innerhalb Dublins gibt es spürbare Unterschiede, vor allem nachts. Die dicht bebaute Innenstadt speichert tagsüber Wärme und gibt sie abends ab – ein klassischer städtischer Wärmeinsel-Effekt. Eine Studie des University College Dublin belegt unter begünstigenden Bedingungen einen nächtlichen Temperaturunterschied von über 4 Grad zwischen stark versiegelten Stadtbereichen und vegetationsreichen Flächen wie dem Phoenix Park. Die offizielle Messstation am Flughafen liegt im offenen Norden der Stadt und ist im Mittel kühler und windiger als das Zentrum. In der City selbst fällt es daher meist etwas milder aus als die Flughafenwerte vermuten lassen.

Wichtig für die Einordnung: Irland ist in den letzten Jahrzehnten wärmer und nasser geworden. Met Éireann meldet gegenüber der Periode 1961–1990 einen Anstieg der Jahresmitteltemperatur um 0,7 Grad (landesweit auf 9,8 Grad) und rund 7 Prozent mehr Jahresniederschlag. Ältere Klimaangaben unterschätzen das heutige Niveau also tendenziell.

Beste Reisezeit

Für Ausflüge, Küstenwanderungen und alles unter freiem Himmel ist die Zeit von Mai bis September klar erste Wahl: mildestes Wetter, die meisten Sonnenstunden und sehr lange, helle Tage. Mai und Juni stechen heraus, weil sie zugleich zu den trockensten und sonnigsten Monaten gehören und im Juni das Tageslicht seinen Höhepunkt erreicht.

Reine Stadtbesichtigung funktioniert dagegen das ganze Jahr. Auch im Winter bleibt es mit einem Januarmittel um 5 Grad und kaum Tagesfrost mild genug für Museen, Pubs und Spaziergänge – allerdings bei nur 7 bis 8 Stunden Tageslicht und vielen Regentagen. Was auch immer der Monat sagt: Wetterfeste Kleidung in Schichten und eine wasserabweisende Jacke gehören in Dublin ganzjährig ins Gepäck. Wie unbeständig es im Detail werden kann, zeigt unser Beitrag zum Wetter in Dublin; die Lage am Atlantik und ihre Folgen für die Stadt beschreibt der Ratgeber zur Geografie Dublins.

Häufige Fragen

Regnet es in Dublin wirklich ständig?+

Es regnet oft, aber selten lange. Dublin zählt rund 200 Regentage pro Jahr (Tage mit mindestens 0,2 mm Niederschlag), davon etwa 137 mit messbarem Regen. Die Jahressumme liegt am Flughafen bei nur 772 mm – weniger als in vielen deutschen Mittelgebirgen. Typisch sind kurze Schauer, die rasch durchziehen, nicht stundenlanger Dauerregen.

Wann ist die beste Reisezeit für Dublin?+

Mai bis September. Dann ist es am mildesten, die Tage sind sehr lang (im Juni über 17 Stunden Tageslicht) und Mai und Juni sind mit rund sechs Sonnenstunden täglich die sonnigsten Monate. Für reine Stadtbesichtigung funktioniert Dublin ganzjährig, weil die Winter mild bleiben.

Wie kalt wird es in Dublin im Winter?+

Mild. Der Januar liegt im Mittel bei 2,3 bis 8,0 Grad, das Monatsmittel bei 5,2 Grad. Echten Frost gibt es im Schnitt nur an rund 35 Tagen im Jahr, fast nur zwischen November und März. Schnee fällt selten und bleibt in der Stadt kaum liegen.

Brauche ich in Dublin einen Regenschirm?+

Eine winddichte Regenjacke ist sinnvoller. Bei Jahresmittelwinden um 19 km/h und böigen Wintermonaten dreht ein Schirm schnell um. Wer leichte Schauer gelassen nimmt und in Schichten packt, ist besser beraten.