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Mietwagen ab Dublin – Linksverkehr, M50-Maut, Versicherung, Tempolimits und Anmietung am Flughafen. Praxiswissen für deine Irland-Rundreise.

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Dublin selbst erkundest du am besten zu Fuß und mit dem Nahverkehr – im engen Stadtzentrum ist ein Auto eher Last als Hilfe. Sobald du aber raus aufs Land willst, an die Küste von Wicklow, in den Burren oder bis nach Nordirland, spielt der Mietwagen seine Stärke aus: Du bist unabhängig vom Busfahrplan und kommst auch an Orte, die der öffentliche Verkehr nur umständlich bedient. Dieser Ratgeber fasst zusammen, was du vor der Buchung und am Steuer wissen solltest – von der Maut über die Versicherung bis zum Linksverkehr.

Anmietung am Flughafen Dublin

Der Flughafen Dublin (DUB) ist für die meisten der praktischste Startpunkt: Die großen Vermieter haben hier Schalter und Stationen direkt am Terminal, sodass du gleich nach der Landung losfahren kannst. Vertreten sind unter anderem Hertz, Enterprise, Europcar, Sixt, Avis, Budget, Dooley und Easirent – im Frühjahr 2026 sind über die Buchungsportale rund 27 Anbieter gelistet, sodass die Auswahl groß ist.

Bei den Preisen lohnt früh buchen, denn sie schwanken stark mit der Saison. Als grobe Orientierung bewegen sich Kleinwagen und Kompaktklasse meist im niedrigen zweistelligen Euro-Bereich pro Tag, SUVs deutlich höher. Am günstigsten ist der Winter – im Februar liegen die Tarife spürbar unter dem Jahresschnitt –, während die Sommermonate als Hochsaison merklich teurer sind. Konkrete tagesaktuelle Preise je Firma lassen sich nicht seriös festschreiben, da die Portaltarife dynamisch sind; ein Vergleich kurz vor der Buchung bleibt unumgänglich.

Zwei Dinge solltest du schon bei der Reservierung klären:

  • Schaltung: In Irland fährt der Großteil der Mietflotte mit Schaltgetriebe – grob vier von fünf Fahrzeugen. Automatik ist seltener und teurer; der Aufpreis steckt meist nicht in einer fixen Gebühr, sondern im höheren Tagesgrundpreis (eine Automatik-Economy kann statt rund 25–35 Euro eher 35–50 Euro pro Tag kosten). Im Sommer sind Automatikwagen schnell ausgebucht, deshalb möglichst früh reservieren.
  • Maut M50: Wie die Maut der Stadtautobahn abgerechnet wird, klärst du am besten direkt beim Vermieter (mehr dazu weiter unten).

Mindestalter, Führerschein und Voraussetzungen

Für die Anmietung gilt in Irland in der Regel ein Mindestalter von 21 Jahren, einzelne Firmen verlangen 25. Fahrer unter 25 zahlen bei den meisten Anbietern einen Jungfahrer-Aufschlag. Auch nach oben gibt es teils Grenzen: Manche Vermieter setzen bei rund 70 bis 75 Jahren Sonderbedingungen an.

Beim Führerschein brauchst du einen vollen, gültigen Schein, den du je nach Firma seit mindestens ein bis zwei Jahren besitzt. Gute Nachricht für Reisende aus Deutschland und der EU: Der deutsche bzw. EU-Führerschein wird direkt anerkannt, ein internationaler Führerschein (IDP) ist nicht nötig. Ein IDP wird nur dann verlangt, wenn der Führerschein nicht in lateinischer Schrift bzw. auf Englisch ausgestellt ist – das betrifft EU-, US-, kanadische und australische Scheine also nicht.

Maut M50 – das eFlow-System verstehen

Die wichtigste Maut für Irland-Reisende ist die M50, der Autobahnring rund um Dublin. Zwischen Junction 6 (N3 Blanchardstown) und Junction 7 (N4 Lucan) wird sie barrierefrei über das eFlow-System abgerechnet: Es gibt keine Mautstation und keine Barzahlung, Kameras erfassen automatisch das Kennzeichen. Genau hier liegt die Stolperfalle – du fährst durch, ohne anzuhalten, und musst dich selbst um die Zahlung kümmern.

Die Maut ist verpflichtend und muss bis 20:00 Uhr am Tag nach der Fahrt beglichen werden, etwa online über eflow.ie, telefonisch unter 0818 501050 oder an Payzone-Verkaufsstellen. Wer nicht rechtzeitig zahlt, riskiert Strafgebühren. Die PKW-Sätze 2026 (im Januar meist um etwa 10 Cent angehoben) gelten unabhängig von der Tageszeit, es gibt also keinen Peak-/Off-Peak-Tarif:

  • 2,60 Euro mit elektronischem Tag
  • 3,20 Euro mit registriertem Video- bzw. Post-Pay-Konto
  • 3,80 Euro für nicht registrierte Fahrer (einmaliger Video-Toll)

Bei Mietwagen läuft das meist automatisch über den Vermieter: Die großen Firmen (Hertz, Enterprise, Europcar, Avis, Sixt, Dooley) haben eFlow-Vereinbarungen und buchen die Maut plus eine Verwaltungsgebühr ab – typisch 3 bis 5 Euro je Durchfahrt, teils mehr (Budget/NewWay etwa berechnet 3,80 Euro plus 1,23 Euro). Wer das umgehen will, kann das Kennzeichen selbst über die eFlow-App registrieren und so nur den günstigeren Kontotarif zahlen. Kläre die Handhabung vor der Abholung, damit du nicht überrascht wirst.

Eine gute Nachricht zum Schluss dieses Themas: Dublin hat 2026 keine Umweltzone (LEZ) und keine Citymaut. Im Januar 2026 wurde bestätigt, dass vorerst keine Congestion Charge eingeführt wird. Die Kommunen müssen zwar bis Ende 2026 Verkehrspläne erstellen, die solche Instrumente künftig vorsehen könnten – aktuell sind sie aber nicht in Kraft.

Versicherung und Selbstbeteiligung

Eine Haftungsbeschränkung (CDW) ist gesetzlich im Mietpreis enthalten – aber mit einer hohen Selbstbeteiligung (Excess), die typisch zwischen 1.500 und 2.500 Euro liegt (Economy und Kompakt eher 1.500–1.800 Euro, SUV rund 2.000–2.500 Euro). Im Schadensfall haftest du also bis zu dieser Summe selbst. Eine Super-CDW bzw. Vollkasko senkt die Selbstbeteiligung auf 0 bis 250 Euro und kostet etwa 15 bis 30 Euro pro Tag.

Wichtig für irische Verhältnisse: Reifen, Felgen und Glas sind in der Standard-CDW nicht abgedeckt. Auf den engen Straßen mit Steinmauern, Hecken und schmalen Spuren sind genau das die häufigsten Schäden. Ein separater Reifen- und Glasschutz (ab rund 7 Euro pro Tag) ist deshalb oft sinnvoll. Pannenhilfe ist je nach Tarif enthalten oder zubuchbar – die Abwicklung läuft im Pannenfall über die vom Vermieter genannte Hotline.

Vergiss bei der Abholung nicht den Fahrzeug-Check: Geh außen und innen jeden Kratzer, jede Delle, Glas-Chips, Reifen, Innenraum und Beleuchtung durch, lass jeden vorhandenen Schaden ins Schadenprotokoll bzw. das Fahrzeugdiagramm eintragen und mach zusätzlich eigene Fotos oder ein Video von allen Seiten, vom Dach, den Felgen und der Windschutzscheibe. Solltest du unterwegs eine Panne haben, ruf den Vermieter an und folge dessen Anweisungen – beauftrage keine Reparatur auf eigene Faust.

Regeln am Steuer – Linksverkehr, Tempo, Promille

Der wichtigste Punkt: In Irland herrscht Linksverkehr. Lenkrad, Schaltung und Kreisverkehre sind spiegelverkehrt zu dem, was du aus Deutschland kennst. Die ersten Kilometer erfordern volle Konzentration, besonders an Kreuzungen, beim Abbiegen und im Kreisverkehr (links herum). Plane für den Start etwas mehr Zeit ein und fahr lieber vorsichtig los.

Die Tempolimits 2026 (in km/h):

  • 50 in Ortschaften, in Wohngebieten teils 30
  • 60 auf ländlichen local roads (seit Februar 2025 von 80 herabgesetzt)
  • 80 auf regionalen Straßen
  • 100 auf Nationalstraßen und dual carriageways
  • 120 auf dem Motorway

Beachte, dass eine Absenkung der National Secondary Roads von 100 auf 80 km/h für später im Jahr 2026 geplant ist – die Beschilderung gilt also als verbindliche Referenz. Beim Alkohol liegt die Grenze bei 0,05 % (50 mg/100 ml Blut) für erfahrene Fahrer und 0,02 % für Fahranfänger. Schon bei 0,05 bis 0,08 % drohen empfindliche Strafen, etwa eine Geldbuße bis 2.000 Euro plus drei Monate Fahrverbot – wer fährt, lässt also auch das eine Pint im Dorfpub stehen.

Rechne auf dem Land grundsätzlich mehr Zeit ein als die reine Kilometerzahl vermuten lässt: Außerhalb der Motorways werden die Straßen schnell eng und kurvig, und manchmal kreuzt auch eine Schafherde die Fahrbahn.

Parken in Dublin

Wer doch mit dem Auto in die Stadt fährt, parkt am Straßenrand nach dem Pay-and-Display-Prinzip, gestaffelt nach Farbzonen pro Stunde:

  • Gelb: 4,00 Euro
  • Rot: 3,50 Euro
  • Grün: 2,00 Euro
  • Orange: 1,20 Euro
  • Blau: 0,90 Euro

Bezahlt wird am Automaten oder per App. Zusätzlich gibt es zentrale Parkhäuser; deren Tarife variieren und solltest du im Einzelfall vor Ort prüfen. Insgesamt gilt: Fürs reine Stadtsightseeing ist das Auto in Dublin selten die beste Wahl – günstiger und stressfreier bist du mit dem Nahverkehr unterwegs und holst den Mietwagen erst für die Ausflüge ins Umland.

Mit dem Mietwagen nach Nordirland

Ein Abstecher nach Nordirland – etwa zum Giant’s Causeway – ist mit einem in der Republik gemieteten Wagen möglich. Weil Irland und Großbritannien zur Common Travel Area gehören, gilt die gesetzliche Haftpflicht automatisch grenzüberschreitend; ein GB-/UK-Aufkleber ist nicht erforderlich.

Du musst die Grenzüberschreitung allerdings dem Vermieter melden, denn Vollkasko- und Diebstahlschutz gelten teils nur mit ausdrücklicher Zustimmung. Viele Vermieter berechnen eine pauschale Cross-Border-Gebühr; deren Höhe variiert stark und ist nicht einheitlich belegbar, frag also gezielt nach. Ob im Einzelfall noch eine Grüne Karte als Nachweis ausgestellt wird, hängt vom Vermieter ab – nach EU-Regelung ist sie für den Verkehr zwischen Irland und UK seit 2021 formal nicht mehr zwingend, die Handhabung ist aber uneinheitlich. Wer auf Nummer sicher gehen will, klärt all das vor der Abholung schriftlich.

Du planst eine größere Runde statt einer reinen Stadtreise? Dann hilft dir unser Überblick zu Touren & Ausflügen bei der Auswahl der Ziele rund um Dublin.

Häufige Fragen

Brauche ich als Deutscher einen internationalen Führerschein für Irland?+

Nein. Der deutsche bzw. EU-Führerschein wird in Irland direkt anerkannt. Einen internationalen Führerschein (IDP) brauchst du nur, wenn dein Schein nicht in lateinischer Schrift oder auf Englisch ausgestellt ist – das betrifft EU-Scheine nicht.

Wie bezahle ich die M50-Maut mit einem Mietwagen?+

Bei den großen Vermietern läuft die M50-Maut meist automatisch über deren eFlow-Vereinbarung und wird dir mit Maut plus Verwaltungsgebühr (typisch 3 bis 5 Euro je Durchfahrt) belastet. Alternativ registrierst du das Kennzeichen selbst über die eFlow-App und zahlst nur den günstigeren Kontotarif. Die Maut muss bis 20:00 Uhr am Tag nach der Fahrt beglichen sein.

Wie alt muss ich für einen Mietwagen in Irland sein?+

In der Regel mindestens 21 Jahre, bei manchen Firmen 25. Fahrer unter 25 zahlen meist einen Jungfahrer-Aufschlag, und einzelne Vermieter setzen ab rund 70 bis 75 Jahren Sonderbedingungen an.

Reicht die im Preis enthaltene Versicherung aus?+

Die gesetzliche CDW ist enthalten, aber mit hoher Selbstbeteiligung (oft 1.500 bis 2.500 Euro) und ohne Schutz für Reifen, Felgen und Glas. Auf Irlands engen Straßen sind eine Super-CDW (rund 15 bis 30 Euro pro Tag) und ein Reifen-/Glasschutz (ab etwa 7 Euro pro Tag) meist die sinnvollere Wahl.

Darf ich mit dem Mietwagen nach Nordirland fahren?+

Ja. Dank Common Travel Area gilt die Haftpflicht grenzüberschreitend, und ein UK-Aufkleber ist nicht nötig. Du musst die Fahrt aber dem Vermieter melden – Vollkasko und Diebstahlschutz gelten teils nur mit Zustimmung, und oft fällt eine pauschale Cross-Border-Gebühr an.