Irlands Nationalgalerie am Merrion Square versammelt rund 15.000 Werke vom Mittelalter bis zur Moderne – von Caravaggio, Vermeer und Rembrandt über Goya bis zu Monet und Picasso. Dazu kommt die wohl umfassendste Sammlung irischer Kunst des Landes. Der Eintritt in die ständige Sammlung ist kostenlos, und ob für eine schnelle Stunde oder einen ganzen Nachmittag – der Besuch lohnt sich fast immer.
Was dich erwartet
Die Sammlung ist thematisch und nach Schulen gegliedert; ein kostenloser Faltplan am Eingang hilft bei der Orientierung. Wer wenig Zeit hat, steuert gezielt die Höhepunkte an:
- „Die Gefangennahme Christi“ (1602) von Caravaggio ist das berühmteste Werk im Haus. Es galt jahrhundertelang als verschollen, bis Galerie-Restaurator Sergio Benedetti es 1990 in einem Jesuitenhaus an der Leeson Street wiedererkannte. Das Bild gehört nicht der Galerie, sondern hängt als Dauerleihgabe der Jesuitengemeinschaft hier – eine Schenkung von Dr. Marie Lea-Wilson aus dem Jahr 1992.
- Die niederländischen und spanischen Meister umfassen unter anderem Vermeer, Rembrandt und Goya.
- Jack B. Yeats (1871–1957), dem bedeutendsten irischen Maler des frühen 20. Jahrhunderts, ist ein eigener Raum gewidmet.
- Der moderne Millennium-Flügel zeigt irische Kunst des 20. Jahrhunderts und hat einen eigenen Eingang an der Clare Street.
Plane für einen Kurzüberblick der Hauptwerke rund eine Stunde ein; für einen gründlichen Rundgang durch alle Flügel sind drei Stunden und mehr realistisch.
Geschichte und Gebäude
Die National Gallery of Ireland wurde 1854 gegründet und 1864 eröffnet. Untergebracht ist sie in einem Bau im Stil der Renaissance an der Westseite des Merrion Square, gegenüber den georgianischen Stadthäusern und neben dem Park. Über die Jahrzehnte wurde der historische Trakt mehrfach erweitert und renoviert; der Millennium-Flügel kam zur Jahrtausendwende hinzu und brachte den zweiten, ebenerdig zugänglichen Eingang an der Clare Street. Hier liegen auch das Café und der Museumsshop.
Führungen und Programm
Die Galerie bietet ein laufendes Programm kostenloser Führungen – von Highlights-Touren über Familien- und Skizzier-Angebote bis zu Mindfulness-Terminen, Führungen auf Irisch (Gaeilge) und in irischer Gebärdensprache. Die aktuellen Termine stehen im „What’s On“-Kalender auf der Website; für öffentliche Touren ist in der Regel keine Anmeldung nötig. Private, gebuchte Führungen dauern rund 50 Minuten. Eine gute Übersicht über die Kunstszene der Stadt gibt der Guide Kunst & Kultur.
Anfahrt
Die Galerie liegt zentral an der Westseite des Merrion Square, wenige Minuten vom Trinity College entfernt. Beide Eingänge – Merrion Square West und Clare Street – sind gleichwertig.
- DART: Station Pearse rund 5 Gehminuten entfernt.
- Luas: Green Line, Haltestelle Dawson Street ca. 6 Minuten; Red Line, Abbey Street ca. 20 Minuten.
- Bus: Linien 4, 7 und 8 halten an Merrion Square North bzw. Clare Street, die 39a an Merrion Row. Mehr dazu im Guide Nahverkehr.
- Dublinbikes: Stationen an der Clare Street und an Merrion Square West.
- Parken: Die Galerie hat keine eigenen Parkplätze, nur gebührenpflichtige Straßenplätze am Merrion Square. Vier Behindertenparkplätze liegen direkt am Eingang Merrion Square.
Besuch und Praktisches
Am ruhigsten ist es werktags vormittags, wenn Dienstag bis Freitag schon um 9:15 geöffnet ist, sowie donnerstagabends bis 20:30. Am vollsten wird es an Wochenenden und in den Sommerferien. Beachte, dass montags erst um 11:00 geöffnet wird – die alte Faustregel „Mo–Sa ab 9:15“ stimmt nicht mehr.
- Eintritt: Die ständige Sammlung ist kostenlos; einzelne Wechselausstellungen können kostenpflichtig sein. Ein offiziell empfohlener Spendenbetrag wird nicht genannt.
- Café: Das Gallery Café liegt auf Level 0 des Millennium-Flügels, am einfachsten über den Eingang Clare Street erreichbar. Es öffnet montags 11–17, Dienstag bis Samstag ab 9:30 (Do bis 20, sonst bis 17) und sonntags 11–17 Uhr.
- Barrierefreiheit: Das Haus ist vollständig zugänglich. Alle Galerien sind rollstuhl- und kinderwagengängig, es gibt Leihrollstühle, Behinderten-WCs samt einem Changing-Places-Raum, Höranlagen, Beschriftungen in Großdruck und ein AsIAm-Zertifikat als autismusfreundlicher Ort. Assistenzhunde sind willkommen.
Da der Eintritt frei ist, eignet sich die Galerie gut als Zwischenstopp zwischen anderen Zielen im Süden der Innenstadt – etwa dem Trinity College oder einem Spaziergang am Merrion Square. Auch das nahe Dublin Castle lässt sich gut anschließen; eine Übersicht aller Häuser gibt der Guide Museen in Dublin.