Vom Hafen zum neuen Stadtquartier
Östlich der O’Connell Bridge öffnet sich die Liffey zum Hafen, und Dublin zeigt sein jüngstes Gesicht. Wo bis in die 1980er Jahre Docks, Speicher und Gaswerke lagen, ist seit den 1990ern ein komplett neues Viertel entstanden: Glasarchitektur, Kaipromenaden und das Konferenzzentrum mit seinem geneigten Glaszylinder. Den Auftakt macht das Custom House von 1791, James Gandons klassizistisches Zollhaus, das elegant zwischen altem und neuem Dublin vermittelt. Flussabwärts spannt sich die Samuel Beckett Bridge von Santiago Calatrava über die Liffey, deren Pylon-Silhouette einer liegenden Harfe nachempfunden ist.
Auswanderer, Theater und Silicon Docks
Im alten Zollspeicher CHQ erzählt das Auswanderermuseum EPIC die Geschichte der irischen Diaspora, davor liegt mit der Jeanie Johnston der Nachbau eines Auswandererseglers aus der Zeit der Großen Hungersnot. Auf der Südseite gruppiert sich um den Grand Canal Dock das Quartier, das den Spitznamen Silicon Docks trägt: Google, Meta und andere Tech-Konzerne haben hier ihre Europa-Zentralen, dazwischen liegen das Bord Gáis Energy Theatre von Daniel Libeskind und der Grand Canal Square mit seinen roten Lichtstelen. Mittags und nach Feierabend füllen die Beschäftigten die Cafés und Lokale an den Kais; am Wochenende geht es deutlich ruhiger zu.
Praktisches für den Besuch
Die Docklands erschließen sich am besten als Spaziergang an beiden Ufern: vom Custom House über die Samuel Beckett Bridge zum Grand Canal Dock, etwa eine Stunde mit Fotostopps. Wer mehr Zeit hat, hängt die Wanderung über die Great South Wall an, die weit in die Dublin Bay hinausführt und am roten Poolbeg Lighthouse endet, mit Blick zurück auf Stadt und die gestreiften Schornsteine des alten Kraftwerks. Auch der Royal Canal Way beginnt an den nördlichen Docklands. Abends lohnt das Viertel vor allem in Verbindung mit einer Vorstellung im Bord Gáis Energy Theatre.