Auf der Halbinsel Howth, gut eine halbe Stunde nordöstlich der Dubliner Innenstadt, liegen zwei Ziele direkt nebeneinander: Howth Castle, eine der ältesten durchgehend bewohnten Anlagen Irlands, und in seinen ehemaligen Stallungen das ehrenamtlich betriebene National Transport Museum of Ireland. Das Schlossgelände lässt sich frei erkunden, das Museum öffnet nur an wenigen Tagen.
Howth Castle
Die Ursprünge von Howth Castle reichen bis ins Jahr 1177 zurück, als die Familie St. Lawrence das Anwesen übernahm. Die ältesten erhaltenen Steinstrukturen, der zentrale Keep und der Torturm, stammen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Der britische Architekt Sir Edwin Lutyens gestaltete die Anlage 1910 bis 1911 grundlegend um und fügte unter anderem eine Bibliothek, eine Kapelle und den charakteristischen Gaisford Tower hinzu. Nach über 800 Jahren im Familienbesitz wurde das Schloss 2021 verkauft, geplant ist die Umwandlung in ein Luxushotel.
Das Schloss selbst ist eine Privatresidenz und von innen nicht frei zugänglich. Öffentliche geführte Touren werden ab dem 10. Mai 2026 wieder an Wochenenden angeboten und über howthcastle.ie gebucht. Private Touren sind ganzjährig möglich, dauern rund eine Stunde und kosten ab 150 €.
Das Schlossgelände
Während das Gebäude nur über Touren zugänglich ist, steht das umgebende Gelände ganzjährig kostenfrei offen, von Morgen- bis Abenddämmerung. Die größte Attraktion ist der weitläufige Rhododendren-Park, der zur Blütezeit im Mai und Juni in voller Farbe steht. Diese Wochen sind die beste Zeit für einen Besuch. Auf dem Areal liegen außerdem das neolithische Dolmengrab „Aideen’s Grave“ und der Deer Park Golf Course. Wer ohnehin in Howth ist, verbindet den Spaziergang gut mit dem nahen Howth Harbour und der Insel Ireland’s Eye.
National Transport Museum of Ireland
In den ehemaligen Stallungen des Anwesens, dem Heritage Depot, befindet sich das National Transport Museum of Ireland. Die ehrenamtlich betriebene Einrichtung beherbergt über 180 historische Fahrzeuge, von denen etwa 60 ausgestellt sind. Die Sammlung umfasst Busse, Straßenbahnen, Lkw, Feuerwehrfahrzeuge, Militärfahrzeuge und Traktoren. Das älteste Exponat stammt von 1883, das jüngste von 1984.
Ein Höhepunkt ist die restaurierte Hill of Howth Tramway No. 9, die letzte Straßenbahn, die am 31. Mai 1959 in ganz Irland im regulären Betrieb fuhr. Bei einzelnen Trams lässt sich nach Rücksprache mit dem Personal das Oberdeck begehen. Die Fahrzeuge stehen eng beieinander, was dem Charme eines authentischen Sammlerdepots entspricht, die räumliche Präsentation aber einschränkt. Die Hallen sind mit Kinderwagen oder Rollstuhl nur eingeschränkt befahrbar, eine offizielle Erklärung zur Barrierefreiheit gibt es nicht.
Tickets und Preise
Das Museum kostet Eintritt, das Schlossgelände nicht. Erwachsene zahlen 5,50 €, Kinder, Senioren und Studierende 4,00 €, das Familienticket 12,00 €. Bezahlt wird vor Ort, eine Online-Buchung gibt es nicht. Da das Museum klein und selten überlaufen ist, brauchst du auch keine Voranmeldung. Weitere Häuser im Überblick findest du im Guide Museen in Dublin.
Besuch und Praktisches
Für das Museum reichen rund 30 bis 45 Minuten, mit einem Spaziergang über das Schlossgelände kommst du auf etwa anderthalb Stunden. Wichtig ist die knappe Öffnung: Das Museum hat nur am Wochenende und an Feiertagen von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, zusätzlich täglich in der Woche nach Weihnachten. Plane den Besuch entsprechend und lege ihn auf einen Nachmittag.
- Anreise: Mit dem DART bis Bahnhof Howth, von dort rund 730 m zum Museum. Alternativ fährt die Buslinie H3 ab Abbey Street bis gegenüber den Burgtoren, etwa 365 m entfernt. Tipps zu Tickets und Verbindungen gibt der Guide Nahverkehr in Dublin.
- Beste Zeit: Mai und Juni, wenn der Rhododendron-Park blüht.
- Kombinieren: Das frei zugängliche Howth Harbour und der Klippenweg liegen wenige Gehminuten entfernt und füllen den Rest des Tages.
Eine Einordnung weiterer Burgen und Herrenhäuser rund um Dublin liefert der Überblick Schlösser und Burgen.