Vom Viehmarkt zum Szeneviertel
Nördlich der Liffey, zwischen den Four Courts und dem Phoenix Park, liegen zwei Quartiere, die längst zusammengewachsen sind. Smithfield entstand im 17. Jahrhundert als Marktplatz vor den Stadtmauern; auf dem lang gestreckten, neu gepflasterten Platz wurde Vieh gehandelt, und der traditionsreiche Pferdemarkt hielt sich in Resten bis in die Gegenwart. Heute rahmen Wohnblocks, das Programmkino Light House und Cafés den Platz; die zwölf hohen Gaslicht-Masten erinnern an die Neugestaltung um die Jahrtausendwende. Stoneybatter, gleich dahinter, war ein Dorf an der alten Straße nach Norden und ist mit seinen einstöckigen viktorianischen Backstein-Cottages eines der gefragtesten Wohnviertel der Stadt geworden.
Whiskey und Mumien
Die bekannteste Adresse des Viertels ist die Jameson Distillery Bow St., wo von 1780 bis 1971 Irlands berühmtester Whiskey gebrannt wurde und heute Führungen mit Verkostung durch die alten Gebäude gehen. Ein paar Schritte Richtung Liffey steht St. Michan’s Church, deren Krypta durch ihre mumifizierten Leichname bekannt wurde. Am Flussufer schließt die klassizistische Kuppel der Four Courts das Viertel nach Süden ab.
Praktisches für den Besuch
Smithfield und Stoneybatter sind ein gutes Kontrastprogramm zum touristischen Süden: Hier kauft man im Familienbetrieb ein, trinkt Kaffee in ehemaligen Eckläden und sitzt abends in Pubs, in denen sich Nachbarschaft und Studenten des nahen TU-Dublin-Campus Grangegorman mischen. Die Manor Street und ihre Seitenstraßen in Stoneybatter lohnen einen Spaziergang wegen der Cottage-Zeilen; L. Mulligan Grocer und der Glimmer Man gehören zu den charaktervollsten Pubs Nord-Dublins. Praktisch ist die Lage als Zwischenstation: Vom Smithfield Square sind es nur wenige Minuten mit der Luas oder zu Fuß bis zum Haupteingang des Phoenix Park, sodass sich Whiskey-Führung und Parkbesuch gut zu einem Halbtag verbinden lassen.