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Shopping in Dublin – Straßen, Center & Mitbringsel

Wo du in Dublin am besten einkaufst – Grafton Street, Henry Street und Clerys Quarter, irische Mitbringsel, Tax-Free für Nicht-EU-Reisende und Öffnungszeiten.

Inhalt

Die zwei Einkaufswelten der Liffey

Dublins Shopping teilt sich am Fluss. Südlich der Liffey liegt mit der Grafton Street die elegantere Prachtmeile, die das Trinity College mit dem St. Stephen’s Green verbindet. Hier residiert das Luxuskaufhaus Brown Thomas, Straßenmusiker spielen vor den Schaufenstern, und in den Seitengassen rund um Drury Street, Wicklow Street und Castle Market hat sich das sogenannte Creative Quarter mit unabhängigen Boutiquen und Designläden eingenistet. Sehenswert sind dort das Powerscourt Townhouse Centre, ein zum Einkaufszentrum umgebautes georgianisches Stadthaus, und die George’s Street Arcade, eine viktorianische Markthalle aus rotem Backstein.

Nördlich der Liffey ist der Ton bodenständiger und das Tempo höher. Henry Street und ihre Verlängerung Mary Street bilden die geschäftigste Fußgängerzone der Stadt – laut, voll und das Revier der High-Street-Ketten. Hier steht das Kaufhaus Arnotts, das älteste Irlands, neben Zara, River Island und Penneys. Ein praktischer Hinweis vorweg: Die Kette, die international als Primark firmiert, heißt in ihrem Heimatland Irland Penneys. Die Filialen sind hier Institutionen und fast immer gut besucht.

Grafton Street, Dawson Street & das Creative Quarter

Parallel zur Grafton Street verläuft die Dawson Street, und dort steht eine Adresse, die jeden Buchliebhaber interessiert: Hodges Figgis, gegründet 1768, im Ulysses von James Joyce erwähnt und heute das Waterstones-Flaggschiff in Irland. Die Buchhandlung wurde 2024 in fünf Monaten bei laufendem Betrieb umfassend umgebaut, eröffnete am 24. September 2024 neu und erhöhte dabei ihr Buchvolumen um rund 20 Prozent. Es gibt seither neu sortierte Kundenbereiche und eigene Abteilungen für Rare Books, Remainder-Titel und Non-Book-Sortiment. Die Adresse lautet 56-58 Dawson Street. Geöffnet ist von Montag bis Mittwoch 9 bis 19 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr (Late Night), freitags 9 bis 19 Uhr, samstags 9 bis 18 Uhr und sonntags 12 bis 18 Uhr.

Wer abseits der großen Ketten sucht, dreht eine Runde durch das Creative Quarter. Die unabhängigen Läden rund um die Drury Street führen irisches Design, Keramik, Schmuck und Vintage. Konkrete Öffnungszeiten der einzelnen Boutiquen variieren stark; als Faustregel öffnen sie später als die Kaufhäuser, meist gegen 10 oder 11 Uhr.

Henry Street, Clerys Quarter & die Nordseite

Die Nordseite hat in den letzten Jahren spürbar aufgeholt. Das einst legendäre Kaufhaus Clery’s an der O’Connell Street ist als Clerys Quarter zurück – ein sanierter Komplex, der weit mehr ist als Einzelhandel. Neben den Geschäften umfasst er rund 90.000 Quadratfuß Bürofläche, ein Vier-Sterne-Hotel mit 213 Zimmern sowie Gastronomie inklusive eines Panorama-Dachrestaurants und der restaurierten Clerys Tea Rooms. Als Anker zogen zwei große Namen ein: H&M eröffnete am 15. März 2024 auf über 30.000 Quadratfuß (rund 2.800 Quadratmeter), Decathlon folgte im Juli 2024 mit seinem City-Centre-Flagship auf ähnlicher Fläche und einem 30-jährigen Mietvertrag – es ist erst der dritte irische Standort der Sportkette.

Musikfans steuern die Henry Street an, wo HMV 2023 wiedereröffnete. Der Laden erstreckt sich über fast 560 Quadratmeter und drei Etagen und führt über 15.000 Produkte, darunter mehr als 5.000 Vinyl-Alben und 5.500 CDs, dazu reichlich Popkultur-Merchandise. Wer die Henry Street zu Ende geht, landet auf der Moore Street mit ihrem historischen Straßenmarkt, der sich über die Jahre mit afrokaribischen und asiatischen Läden neu belebt hat.

Irische Mitbringsel – und was sie kosten

Jenseits von Kleeblatt-Magneten lohnt der Blick auf echte irische Handwerksprodukte. Die folgenden Adressen liegen alle fußläufig im Zentrum:

  • Irischer Strick (Avoca, Suffolk Street): Aran-Merino-Pullover von Aran Woollen Mills starten hier bei rund 139,95 Euro. Avoca ist eher hochpreisig, dafür bekannt für Decken und Schals in modernen Farben.
  • Donegal-Tweed (Kevin & Howlin, Nassau Street): Der Spezialist für handgewebten Tweed. Eine zusammenrollbare (“crushable”) Tweed-Cap liegt bei etwa 46 Euro; daneben gibt es Westen, Jacketts und Mützen.
  • Schokolade & Whiskey: Butlers Chocolates ist die irische Schokoladenmarke schlechthin, kleinere Pralinenboxen gibt es ab wenigen Euro. Für Whiskey lohnt der Celtic Whiskey Shop in der Dawson Street mit großer Auswahl, Beratung und Miniaturen für die Reisetasche.
  • Literarisches Souvenir (Sweny’s, Lincoln Place): Die ehemalige Apotheke, heute Joycean-Kulturzentrum, verkauft die im Ulysses verewigte Zitronenseife, handgemacht in Wexford, für 5 Euro. Mehr zur literarischen Seite der Stadt steht im Ratgeber zu den Schriftstellern Dublins.

Für irisches Design ohne Souvenir-Kitsch sind außerdem der Irish Design Shop in der Drury Street und die Jam Art Factory mit ihren modernen Wahrzeichen-Drucken gute Adressen.

Tax-Free-Shopping für Reisende von außerhalb der EU

Wer seinen Wohnsitz außerhalb der EU hat, kann sich die irische Mehrwertsteuer auf gekaufte Waren erstatten lassen – EU-Bürger nicht. Die Bedingungen im Überblick:

  • Mindestausgabe: 75 Euro in einem einzelnen Geschäft am selben Tag.
  • Wohnsitz: Du musst mindestens sechs Monate pro Jahr außerhalb der EU leben.
  • Ausfuhrfrist: Die Ware muss innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des Kaufmonats aus der EU ausgeführt werden.

Die Abwicklung übernehmen Dienstleister wie Global Blue, Planet oder vatfree.com, bei denen du im Laden den Beleg ausstellen lässt. Am Flughafen Dublin gibt es dafür einen Zoll-Stempeldesk in der Abflughalle sowie einen Global-Blue-Kiosk im Sicherheitsbereich (airside). Plane rund 30 Minuten Puffer vor dem Check-in ein, damit für Stempel und Erstattung Zeit bleibt. Praktische Hinweise zum Ablauf am Terminal stehen im Ratgeber zum Flughafen Dublin.

Shopping-Center & große Malls

Bei typisch irischem Regenwetter sind die Center eine willkommene Zuflucht. Im Zentrum punktet das Stephen’s Green Shopping Centre mit seiner viktorianischen Glasarchitektur; geöffnet ist Montag bis Mittwoch 8:30 bis 19 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr (Late Night), Freitag und Samstag 8:30 bis 19 Uhr sowie sonntags 11 bis 18 Uhr. Das Jervis Shopping Centre liegt direkt an einer Luas-Haltestelle und eignet sich gut für High-Street-Ketten unter einem Dach.

Wer gezielt einkaufen will, fährt an den Stadtrand:

  • Blanchardstown Centre: Irlands größtes Destination-Center, etwa nordwestlich der Stadt, mit über 180 Geschäften, drei Retail Parks, rund 25 Restaurants und etwa 7.000 kostenlosen Parkplätzen – ein eigenes Tagesziel.
  • Liffey Valley Shopping Centre: Im Westen an der N4, mit über 80 Geschäften, rund 20 Restaurants und einem 14-Saal-Kino. Deutlich kompakter als Blanchardstown, aber gut für Modeketten und Kino an einem Nachmittag.

Öffnungszeiten, Anreise & Sicherheit

Die meisten Geschäfte im Zentrum öffnen zwischen 9 und 10 Uhr und schließen werktags gegen 18 oder 19 Uhr. Donnerstag ist der klassische Late-Night-Tag, an dem viele Häuser bis 20 Uhr geöffnet haben – etwa Hodges Figgis, Arnotts und das Stephen’s Green Shopping Centre. Sonntags ist fast alles geöffnet, jedoch mit verkürzten Zeiten, oft erst ab 11 oder 12 Uhr; Arnotts etwa öffnet sonntags von 11 bis 19 Uhr. Verbindliche, einheitliche Late-Night-Zeiten für alle Flagship-Stores gibt es nicht – im Zweifel lohnt ein kurzer Blick auf die jeweilige Website.

Für die Anreise ist die Straßenbahn Luas das bequemste Mittel: Die Red Line bringt dich Richtung Henry Street, die Green Line zur Grafton Street. In den Stoßzeiten fährt die Red Line etwa alle 3 bis 10 Minuten, die Green Line alle 5 bis 10 Minuten. Eine Einzelfahrt mit der Leap Card kostet je nach Zonen rund 2,00 bis 2,60 Euro, Bargeldtarife liegen darüber. Wie du dir die Leap Card besorgst und auflädst, steht im Ratgeber zur Leap Card, weitere Verbindungen im Überblick zum Nahverkehr.

Dublin ist grundsätzlich sicher, doch in den belebten Einkaufszonen solltest du auf Wertsachen achten. Im April 2025 verstärkte An Garda Síochána die sichtbaren Patrouillen im Stadtzentrum mit Schwerpunkt auf O’Connell Street und Henry Street, unter anderem gegen Ladendiebstahl und aggressives Betteln. Auch rund um die Grafton Street und in belebten Touristenzonen wurde vor Taschendieben gewarnt – ein aufmerksamer Umgang mit Tasche und Geldbeutel im Gedränge genügt in der Regel. Mehr dazu im Ratgeber zur Sicherheit in Dublin.

Häufige Fragen

Wo kann ich in Dublin typisch irische Mitbringsel kaufen?+

Für irischen Strick lohnt sich Avoca in der Suffolk Street, wo Aran-Merino-Pullover von Aran Woollen Mills ab rund 139,95 Euro starten. Handgewebten Donegal-Tweed und Schiebermützen führt Kevin & Howlin in der Nassau Street, eine zusammenrollbare Tweed-Cap liegt dort bei etwa 46 Euro. Joyce-Fans kaufen bei Sweny's am Lincoln Place die im Ulysses verewigte Zitronenseife für 5 Euro.

Bekomme ich als Tourist die Mehrwertsteuer zurück?+

Nur als Reisender mit Wohnsitz außerhalb der EU. Du musst pro Geschäft und Tag mindestens 75 Euro ausgeben, mindestens sechs Monate im Jahr außerhalb der EU wohnen und die Ware binnen drei Monaten nach Ablauf des Kaufmonats ausführen. Die Abwicklung läuft über Anbieter wie Global Blue oder Planet, am Flughafen Dublin findest du dafür einen Zoll-Stempeldesk in der Abflughalle. EU-Bürger erhalten keine Erstattung.

Welche Late-Night-Öffnungszeiten gibt es in Dublin?+

Der Donnerstag ist traditionell Late-Night-Shopping-Tag. Hodges Figgis in der Dawson Street öffnet dann bis 20 Uhr, das Stephen's Green Shopping Centre ebenso, und auch das Kaufhaus Arnotts in der Henry Street hat donnerstags bis 20 Uhr geöffnet. An den übrigen Werktagen schließen die meisten Geschäfte gegen 18 oder 19 Uhr.

Lohnt sich der Weg zu den großen Shopping-Centern am Stadtrand?+

Für Schlechtwettertage oder gezielte Einkäufe ja. Das Blanchardstown Centre nordwestlich der Stadt ist Irlands größtes Center mit über 180 Geschäften und rund 7.000 kostenlosen Parkplätzen. Liffey Valley im Westen ist mit über 80 Geschäften und einem 14-Saal-Kino kompakter. Wer nur bummeln will, ist im Stadtzentrum besser aufgehoben.