Das Dublin des 18. Jahrhunderts
Südöstlich des Trinity College liegt das besterhaltene Stück des georgianischen Dublin: einheitliche Backsteinfassaden, hohe Schiebefenster und die berühmten bunten Haustüren mit Oberlicht und Messingbeschlag. Entstanden ist das Ensemble im 18. Jahrhundert, als Dublin zweitgrößte Stadt des britischen Empire war und der Adel sich repräsentative Stadthäuser um neu angelegte Plätze baute. Merrion Square und Fitzwilliam Square sind die schönsten Beispiele; an der Fitzwilliam Street läuft die georgianische Häuserzeile fast ununterbrochen bis zum Grand Canal.
Museen rund um den Merrion Square
Kaum ein Viertel versammelt so viele Museen auf so wenig Raum. An der Westseite des Merrion Square liegen die National Gallery of Ireland mit Vermeer und Caravaggio und das viktorianische Natural History Museum, das die Dubliner liebevoll “Dead Zoo” nennen. Dazwischen residiert das irische Parlament im Leinster House, flankiert von der National Library. Wenige Minuten weiter am St Stephen’s Green widmet sich das MoLI der irischen Literatur von Joyce bis zur Gegenwart. Der Park des Merrion Square selbst ist frei zugänglich; in seiner Nordwestecke lümmelt die Oscar-Wilde-Statue auf einem Findling, schräg gegenüber dem Geburtshaus des Schriftstellers an der Nummer 1.
Praktisches für den Besuch
Georgian Dublin ist ein Viertel zum Gehen: Die Runde von Merrion Square über die Fitzwilliam Street zum Fitzwilliam Square und zurück zum St Stephen’s Green dauert ohne Museumsbesuche etwa eine Stunde. Die großen Nationalmuseen sind kostenlos, was das Quartier auch bei Regen zu einem dankbaren Ziel macht. Restaurants und Cafés konzentrieren sich an der Merrion Row und der Baggot Street; abends wird es hier ruhig, denn viele der Stadthäuser werden heute als Büros genutzt. Wer Architektur mag, plant den Besuch für den Vormittag, wenn die Sonne auf die Türenreihen an der Südseite des Merrion Square fällt.