Das älteste Viertel der Stadt
Die Liberties erstrecken sich westlich der mittelalterlichen Altstadt rund um Thomas Street, Meath Street und Francis Street. Der Name geht auf das Mittelalter zurück: Hier lagen kirchliche Bezirke, die eigenen Rechtsfreiheiten (“liberties”) unterstanden und außerhalb der städtischen Gerichtsbarkeit blieben. Im 17. Jahrhundert siedelten sich hugenottische Weber an, später wurde das Viertel zum Zentrum der Dubliner Brau- und Brennereiindustrie - und zum dicht besiedelten Arbeiterquartier, dessen raue Geschichte man den Straßenzügen bis heute ansieht.
Guinness, Whiskey und zwei Kathedralen
Seit 1759 braut Guinness am St. James’s Gate, am Westrand des Viertels. Das Guinness Storehouse ist heute die meistbesuchte Attraktion Irlands; der Blick aus der Gravity Bar reicht über die ganze Stadt. Daneben kehrt der Whiskey zurück: Mit Teeling, Pearse Lyons und Roe & Co haben seit 2015 gleich mehrere Destillerien in den Liberties eröffnet - mehr dazu im Guide Guinness & Whiskey.
Am östlichen Rand stehen zwei der wichtigsten Sakralbauten der Stadt: die St. Patrick’s Cathedral, an der Jonathan Swift als Dekan wirkte, und gleich daneben Marsh’s Library von 1707, die älteste öffentliche Bibliothek Irlands mit original erhaltenen Eichenregalen. Wenige Schritte Richtung Altstadt liegt St. Audoen’s, Dublins einzige erhaltene mittelalterliche Pfarrkirche.
Märkte, Antiquitäten und Alltag
Ihren Charakter beziehen die Liberties aus dem Alltagsleben: Auf der Meath Street halten Straßenhändler und Familienbetriebe eine Markttradition lebendig, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Die Francis Street hat sich als Adresse für Antiquitäten- und Designläden etabliert, dazwischen liegen Galerien und alteingesessene Pubs. Das Viertel verändert sich spürbar - Hotels und Studentenwohnheime rücken nach -, wirkt aber immer noch deutlich bodenständiger als die Gegend um Grafton Street. Wer Guinness Storehouse und St. Patrick’s besucht, sollte den Weg dazwischen bewusst durch die Seitenstraßen legen: Sie zeigen ein Dublin, das in der Innenstadt weitgehend verschwunden ist.