www.dublin.de
Freizeit & Unterhaltung

The Spire – Irlands höchste Skulptur auf der O’Connell Street

The Spire auf der O’Connell Street ist mit 120 m Irlands höchste Skulptur. Frei zugänglich, gratis, rund um die Uhr von außen sichtbar. Geschichte, Technik und Foto-Tipps.

The Spire – Irlands höchste Skulptur auf der O’Connell Street
Inhalt

Das Monument of Light – so der offizielle Name – ist Irlands höchste Skulptur und ein Sinnbild für den wirtschaftlichen Aufschwung der Celtic-Tiger-Ära. Mitten auf der O’Connell Street ragt der schlanke Edelstahlmast 120 Meter in den Dubliner Himmel, direkt gegenüber dem General Post Office (GPO). Eintritt kostet er nicht, hinauf geht es nicht: The Spire ist ein reines Außen-Monument, das du jederzeit im Vorbeigehen anschaust.

Was dich erwartet

The Spire ist ein Durchgangsziel, kein Programmpunkt für eine Stunde. Das Monument steht frei in der Fußgängerzone der O’Connell Street, rund um die Uhr zugänglich, ohne Zaun und ohne Nacht-Sperrung. Du schaust von außen – einen Innenraum, eine Aussichtsplattform oder einen Aufstieg gibt es nicht. Eine interne Leiter reicht nur etwa zwei Drittel hoch und ist ausschließlich für Wartungstechniker gedacht.

Entsprechend kurz fällt der Besuch aus: Die meisten halten für einen Fotostopp von fünf bis zehn Minuten an. Ehrlicherweise ist The Spire damit kein eigenständiges Ausflugsziel, sondern ein markanter Orientierungspunkt mitten im Stadtzentrum, den du beim Bummeln über die O’Connell Street ohnehin passierst.

Architektur und Konstruktion

Der britische Architekt Ian Ritchie gewann 1998 den internationalen Wettbewerb mit 205 Einsendungen. Sein Konzept: elegante, dynamische Schlichtheit an der Schnittstelle von Kunst und Technologie.

Die technischen Daten im Überblick:

  • Höhe: 120 Meter – Irlands höchste Skulptur
  • Durchmesser: 3 Meter am Fuß, 15 Zentimeter an der Spitze
  • Aufbau: acht hohle Edelstahlsektionen, die längste 20 Meter lang
  • Gewicht: rund 133 Tonnen (Wikipedia; offizielles Lehrmaterial nennt 126 Tonnen)
  • Bau: zwischen Dezember 2002 und Januar 2003, Baukosten rund 4 Millionen Euro

Zwei Schwingungstilger im fünften Segment – zusammen etwa zwei Tonnen schwer – stabilisieren die Konstruktion. Bei extremem Wind kann die Spitze dennoch bis zu 1,5 Meter in jede Richtung schwanken. Die Oberfläche wurde durch Shot Peening behandelt, ein Verfahren, das die Lichtreflexion optimiert. Das Muster am Sockel kombiniert geologische Bohrkernproben vom Standort mit der Struktur einer DNA-Doppelhelix. Eigentümer und Auftraggeber ist der Dublin City Council; eine eigene Betreiber-Website nur für das Monument gibt es nicht.

Beleuchtung

Tagsüber reflektiert die Edelstahloberfläche den irischen Himmel. Nach Einbruch der Dämmerung leuchten die oberen 10 Meter: Durch 11.884 winzige Bohrlöcher (je 15 mm) scheinen LEDs. Diese Illumination macht The Spire zu einem Orientierungspunkt, der noch aus großer Entfernung sichtbar ist. Tagsüber wie abends lohnt sich der Blick – zwingend nachts vorbeischauen musst du also nicht.

Historischer Kontext

An dieser Stelle stand von 1809 bis 1966 Nelson’s Pillar – eine 40 Meter hohe Granitsäule zu Ehren von Admiral Horatio Nelson nach dessen Sieg bei Trafalgar. Das Monument war ein Symbol britischer Herrschaft und wurde zunehmend als Affront empfunden.

Am 8. März 1966 zerstörte eine Splittergruppe ehemaliger IRA-Mitglieder die obere Hälfte der Säule durch einen Sprengstoffanschlag. Die Operation trug den Codenamen „Humpty Dumpty“. Sechs Tage später sprengte die irische Armee den verbliebenen Stumpf. Die Stelle blieb jahrelang leer, bevor 1988 das Anna-Livia-Denkmal dort aufgestellt wurde – um 2001 für The Spire Platz zu machen. Mehr zur Stadtgeschichte findest du im Guide Geschichte Dublins.

Kontroverse und Spitznamen

Die Reaktionen auf das Bauwerk waren und sind gespalten. Befürworter vergleichen die anfängliche Ablehnung mit der des Eiffelturms. Kritiker bemängeln fehlende kulturelle oder architektonische Verbindung zur Stadt.

Typisch für Dublin erhielt das Monument zahlreiche Spitznamen: The Spike, Stiletto in the Ghetto, Stiffy by the Liffey, The Nail in the Pale, Pin in the Bin oder The Erection at the Intersection. 2004 wurde das Projekt mit dem National Structural Steel Design Award ausgezeichnet.

Besuch und Praktisches

The Spire kostet nichts und ist jederzeit von außen zu sehen – plane fünf bis zehn Minuten ein. Der Standort ist ebenerdig in der Fußgängerzone der O’Connell Street und damit barrierefrei erreichbar, am Fuß gibt es keine Stufen. Eigene Infrastruktur hat das Monument nicht: keine Toiletten, keine Info-Stelle. WC und Cafés findest du in den umliegenden Straßen.

  • Foto-Tipps: Vom Fuß aus geben die schmalen Seitenstraßen schöne Leading Lines. Für Spire samt Skyline lohnt sich der Blick von der O’Connell Bridge beziehungsweise von der Liffey aus – ideal für Dämmerung und Nacht-Langzeitbelichtungen.
  • Sicherheit: Die O’Connell Street zählt zu den Zonen mit erhöhtem Taschendiebstahl-Risiko, vor allem tagsüber zwischen 12 und 18 Uhr in Menschenmengen. Nach Mitternacht berichten Reisequellen von Alkohol- und antisozialem Verhalten, vor allem nördlich des Spire. Nutze nachts gut beleuchtete Hauptstraßen und sichere deine Wertsachen. Mehr dazu im Guide Sicherheit in Dublin.

Mit dem Besuch verbinden

The Spire liegt mitten im Zentrum und lässt sich gut in einen Stadtbummel einbauen. Direkt gegenüber steht das geschichtsträchtige General Post Office (GPO), Schauplatz des Osteraufstands von 1916. Wenige Minuten südlich überquerst du die Liffey über die O’Connell Bridge; von dort sind es nur kurze Wege zum Trinity College und ins Ausgehviertel Temple Bar. Flussabwärts liegt das prächtige Custom House. Für die Tagesplanung hilft der Überblick Sehenswürdigkeiten, zur Orientierung die Karte von Dublin und für die Anreise der Guide Nahverkehr.

Häufige Fragen

Wie hoch ist The Spire?+

Das Monument misst 120 Meter und ist damit Irlands höchste Skulptur. Am Fuß ist es 3 Meter, an der Spitze nur noch 15 Zentimeter im Durchmesser.

Was kostet der Besuch von The Spire?+

Nichts. The Spire steht rund um die Uhr frei zugänglich auf der O’Connell Street. Es gibt keinen Eintritt und keine Tickets – das Monument lässt sich jederzeit von außen betrachten.

Kann man auf The Spire hinaufsteigen?+

Nein. Es gibt keinen Innenraum und keine Aussichtsplattform. Eine interne Leiter reicht nur etwa zwei Drittel hoch und ist ausschließlich für Wartungstechniker. Besucher betrachten das Monument von außen.

Wo steht The Spire?+

The Spire steht auf der O’Connell Street an der Kreuzung North Earl Street und Henry Street, direkt gegenüber dem General Post Office (GPO).