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Geschichte & Wahrzeichen in Dublin

Von der Wikingergründung 841 über das georgianische Dublin bis zum Osteraufstand 1916 – die historischen Wahrzeichen der irischen Hauptstadt und wie du sie besuchst.

Der Hinrichtungshof von Kilmainham Gaol mit dem markanten schwarzen Kreuz auf dem Kieselboden und der irischen Trikolore, Gedenkstätte für die Führer des Osteraufstands 1916.
Inhalt

Dublins Geschichte liegt nicht im Museum, sondern auf der Straße – im Namen der Stadt selbst, in den Einschusslöchern einer Postamtsfassade und in den breiten georgianischen Plätzen. Wer die wichtigsten Epochen kennt, liest das Stadtbild beim Bummeln fast von allein. Dieser Überblick führt von den Wikingern bis zur Unabhängigkeit und sagt dir an jedem Wahrzeichen, was du tatsächlich besichtigen kannst, was Eintritt kostet und wo du vorab buchen musst.

Von “Dubh Linn” zu den Anglo-Normannen

Den Namen verdankt Dublin einem Tümpel. Die Wikinger gründeten 841 eine befestigte Siedlung am Dubh Linn, einem dunklen Gezeitenteich, wo der kleine Fluss Poddle in die Liffey mündete – heute das Areal um Dublin Castle. “Dubh” heißt schwarz oder dunkel, “linn” Pool, zusammen also “Schwarzer Teich”. Dieses Datum 841 gilt als Gründung der Stadt.

Die nächste prägende Epoche kam aus England. 1169/1170 eroberten anglo-normannische Truppen unter Richard de Clare, genannt Strongbow, Dublin; 1171 bestätigte König Heinrich II. von England persönlich seine Oberherrschaft. Damit begann eine fast 750 Jahre währende Zeit, in der Dublin das Zentrum englischer Herrschaft in Irland blieb. Aus dieser mittelalterlichen Schicht stammen die ältesten erhaltenen Bauten der Stadt – die Wikinger- und Mittelaltergeschichte erzählt anschaulich das Erlebnismuseum Dublinia direkt neben der Christ Church Cathedral.

Das georgianische Dublin

Seine architektonisch glanzvollste Phase erlebte Dublin im 18. Jahrhundert. Als zweitgrößte Stadt des Britischen Empire entstand das georgianische Dublin mit seinen typischen Backsteinreihen, Fächerfenstern und bunten Türen. Die eigens eingesetzte Wide Streets Commission legte breite Achsen und repräsentative Plätze an – darunter die heutige O’Connell Street (damals Sackville Street) sowie die georgianischen Squares Merrion Square, Fitzwilliam Square, Mountjoy Square und Parnell Square.

Das Ende dieser Blüte kam abrupt mit dem Act of Union 1800, der das irische Parlament auflöste und die Regierungsgewalt nach Westminster verlagerte. Dublin verlor seine politische Rolle, viele Adelsfamilien zogen fort, und ein langer Niedergang setzte ein. Wer den georgianischen Maßstab heute spüren will, geht über die O’Connell Bridge: Die Brücke ist breiter als lang – rund 45 Meter lang, aber etwa ebenso breit – weil man die alte Carlisle Bridge zwischen 1877 und 1882 auf die volle Breite der Sackville Street verbreiterte.

Schauplätze des Osteraufstands 1916

Der Wendepunkt zur Unabhängigkeit spielte sich an wenigen, heute gut erreichbaren Orten ab. Beim Osteraufstand 1916 besetzten die Rebellen mehrere strategische Gebäude. Hauptquartier war das General Post Office (GPO) an der O’Connell Street, wo die Irische Republik ausgerufen wurde. Weitere besetzte Stellungen waren die Four Courts, die Jacob’s Biscuit Factory in der Bishop Street, die South Dublin Union, Boland’s Mill sowie St Stephen’s Green mit dem College of Surgeons.

Heute lässt sich der Aufstand an zwei Polen erleben. An der GPO-Fassade an der O’Connell Street sind die Einschussspuren bis heute zu sehen – das ist kostenlos und jederzeit von der Straße aus möglich. Im Inneren erzählt das GPO Witness History Museum die Ereignisse interaktiv; es ist kostenpflichtig und laut Quellen Mittwoch bis Samstag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet (letzter Einlass 16:00). Da sich Öffnungstage und Preise ändern können, lohnt vor dem Besuch ein Blick auf die offizielle Seite.

Kilmainham Gaol – früh buchen lohnt sich

Das Gegenstück zum GPO ist das Gefängnis, in dem die Geschichte des Aufstands endete. In Kilmainham Gaol wurden die verurteilten Anführer von 1916 hingerichtet; der Ort gilt als einer der eindringlichsten Erinnerungsorte des irischen Unabhängigkeitskampfes. Der Besuch ist ausschließlich mit Führung möglich, und die Tickets sind sehr begehrt.

Buche deshalb vorab und nur über die offiziellen Kanäle – Heritage Ireland beziehungsweise die Museumsseite; Tickets von Drittanbietern sind ungültig. Ein Teil der Kontingente wird jeweils 28 Tage im Voraus ab Mitternacht irischer Zeit freigeschaltet, ein zeitiger Buchungsversuch erhöht die Chancen also deutlich. Zu den Konditionen:

  • Preise: Erwachsene 8 EUR, Senioren ab 60 Jahren 6 EUR, Studierende und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren 4 EUR, Familienticket 20 EUR. Kinder unter 12 sind frei, brauchen aber ein Ticket.
  • Dauer: Plane rund 90 Minuten ein – die geführte Tour dauert etwa eine Stunde, dazu kommt der Museumszugang.
  • Vor Ort: Erscheine etwa 15 Minuten vor Beginn der Führung.

Regierungs- und Prachtbauten an der Liffey

Zwischen den großen historischen Ereignissen erzählen die Repräsentationsbauten am Fluss vom Anspruch der Stadt. Das schönste ist das Custom House, das alte Zollamt mit den 14 Flussgott-Schlusssteinen von Edward Smyth. Seit November 2021 gibt es ein Custom House Visitor Centre: Eine Innenbesichtigung mit Ausstellung zu Bau, Brand und Restaurierung samt Marmortreppen ist möglich; Tickets gibt es über Heritage Ireland online oder vor Ort, plane ein bis anderthalb Stunden ein. Mehr Details findest du beim Custom House.

Bei den anderen Bauten ist der Zugang unterschiedlich geregelt:

  • City Hall: Gebäude und die Dauerausstellung “The Story of the Capital” sind kostenlos, Montag bis Samstag von 10:00 bis 17:15 Uhr (sonntags geschlossen). Siehe City Hall.
  • Four Courts: Das aktive Gericht ist von außen frei zu bestaunen; das Innere darf man als Gerichtsbesucher kostenlos betreten und öffentliche Verhandlungen verfolgen. Ein Selbstführungs-Heftchen liegt am Information Desk in der Round Hall, am Eingang Inns Quay gibt es eine Sicherheitskontrolle. Eine reguläre kommerzielle Tour mit festem Preis existiert nicht.
  • Leinster House: Hier tagt das irische Parlament (die Häuser des Oireachtas). Offene oder spontane Touren sind derzeit nicht verfügbar; Führungen sind aktuell auf Besuche beschränkt, die ein Abgeordneter (TD) oder Senator sponsert – kostenlos, aber nur nach Voranmeldung. Alternativ gibt es online eine virtuelle Tour. Mehr beim Leinster House.

Literarisches Erbe mit Aussicht

Dublins Geschichte ist auch eine der Wörter, und dafür gibt es einen besonderen Ort weit draußen an der Bucht. Der James Joyce Tower & Museum in Sandycove ist ein Martello-Turm und zugleich Schauplatz der Eröffnungsszene von James Joyce’ “Ulysses”. Drinnen liegen Joyce-Erinnerungsstücke wie sein Gehstock, Erstausgaben und persönliche Gegenstände; über die alte Geschützplattform auf dem Dach öffnet sich der Blick über die Dublin Bay.

Das Beste daran: Der Eintritt ist frei, der Turm wird von Freiwilligen betrieben und ist Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet (montags geschlossen). Wegen der engen Wendeltreppe ist er allerdings nicht rollstuhlgerecht.

So planst du deine Geschichts-Runde

Alle Schauplätze an einem einzigen Tag abzulaufen ist sportlich, aber machbar, wenn man die festen Termine zuerst legt. Buche Kilmainham Gaol als Erstes, denn die Uhrzeit deiner Führung steht damit fest und der Rest richtet sich danach. Für Kilmainham solltest du rund 90 Minuten einplanen, für das Custom House Visitor Centre ein bis anderthalb Stunden; die kostenlosen Außenansichten von GPO und Liffey-Brücken kosten dich nur den Spaziergang dazwischen.

Wer Eintrittsgelder sparen will, kombiniert die frei zugänglichen Orte: die GPO-Fassade an der O’Connell Street, die O’Connell Bridge und die nahe Ha’penny Bridge, die City Hall mit ihrer Ausstellung sowie als Ausflug der James Joyce Tower. Einen weiteren Überblick über die wichtigsten Bauten bekommst du in unserer Liste der Sehenswürdigkeiten, und für mehrere kostenpflichtige Häuser an einem Tag lohnt ein Blick in unseren Ratgeber zum Dublin Pass.

Häufige Fragen

Wo fand der Osteraufstand 1916 in Dublin statt?+

Hauptquartier der Aufständischen war das General Post Office (GPO) an der O'Connell Street, wo die Republik ausgerufen wurde. Besetzt wurden außerdem die Four Courts, die Jacob's Biscuit Factory, die South Dublin Union, Boland's Mill sowie St Stephen's Green mit dem College of Surgeons. Viele Anführer wurden später in Kilmainham Gaol hingerichtet.

Muss man Kilmainham Gaol vorab buchen?+

Ja. Der Besuch ist nur mit Führung möglich, die Tickets sind sehr begehrt. Buche ausschließlich über Heritage Ireland bzw. die offizielle Museumsseite – Tickets von Drittanbietern sind ungültig. Ein Teil der Tickets wird 28 Tage im Voraus ab Mitternacht irischer Zeit freigeschaltet, also früh dran sein.

Kann man das irische Parlament im Leinster House besichtigen?+

Derzeit gibt es keine offenen oder spontanen Touren. Führungen sind aktuell auf Besuche beschränkt, die von einem Abgeordneten (TD) oder Senator gesponsert werden, kostenlos, aber nur nach vorheriger Absprache. Online wird eine virtuelle Tour angeboten.

Welche historischen Wahrzeichen in Dublin kann man kostenlos sehen?+

Frei zugänglich sind die City Hall samt Dauerausstellung "The Story of the Capital" (Mo–Sa), der James Joyce Tower in Sandycove (Di–So) sowie von außen die GPO-Fassade und die Liffey-Brücken O'Connell Bridge und Ha'penny Bridge. Die Four Courts kann man als Gerichtsbesucher kostenlos betreten.