Dublin Writers Museum
Dauerhaft geschlossen - die Alternativen
Das Dublin Writers Museum an der Parnell Square ist seit März 2020 dauerhaft geschlossen. Was aus der Sammlung wurde und welche Häuser das literarische Dublin heute zeigen.
Von dublin.de Redaktion · Reiseredaktion · Stand: September 2026
Inhalt
Das Dublin Writers Museum an der Parnell Square war fast drei Jahrzehnte lang die erste Adresse für alle, die dem literarischen Dublin nachgehen wollten. Es ist dauerhaft geschlossen. Wer heute davorsteht, findet ein georgianisches Stadthaus ohne Museumsbetrieb, und wer online noch Tickets angeboten bekommt, sieht veraltete Angebote. Diese Seite erklärt, was passiert ist, was aus der Sammlung wurde und welche Häuser das Thema heute übernehmen.
Was passiert ist
Das Museum eröffnete am 18. November 1991 in zwei Häusern des 18. Jahrhunderts an der Parnell Square North. Getragen wurde es zunächst von Dublin Tourism, später von der staatlichen Tourismusagentur Fáilte Ireland. Es zeigte Erstausgaben, Briefe, Porträts und persönliche Gegenstände der großen irischen Autoren, von Swift und Wilde über Yeats und Joyce bis Beckett und Behan, dazu Lesungen und einen Buchladen.
Im März 2020 schloss das Haus wegen des ersten Corona-Lockdowns. Es öffnete nie wieder. 2022 entschied Fáilte Ireland nach einem beauftragten Gutachten, den Betrieb endgültig einzustellen; die Begründung lautete, das Museum entspreche nicht mehr den Erwartungen heutiger Besucher. Das trifft einen realen Punkt: Die Ausstellung war eine klassische Vitrinenschau aus dem frühen Museumsdenken der 1990er Jahre, während im selben Zeitraum mit dem MoLI ein modern vermitteltes Literaturhaus in Dublin entstand.
Eine Wiedereröffnung unter altem Namen ist nicht geplant und wird von keiner Stelle in Aussicht gestellt.
Wo die Sammlung heute ist
Hier weichen die Angaben voneinander ab, und wir geben beide wieder.
Das Museum of Literature Ireland (MoLI) schreibt selbst, das Writers Museum habe ihm seine Sammlung geschenkt, damit Besucher und Forschende die Objekte weiter nutzen können; das Haus an der Parnell Square sei an die Stadt Dublin übergegangen. Andere Darstellungen, darunter der englischsprachige Wikipedia-Artikel, nennen weiterhin Fáilte Ireland als Verwalterin der Objekte.
Gesichert ist: Die rund 1.100 Objekte sind nicht als geschlossene Dauerausstellung irgendwo neu zu sehen. Wer ein bestimmtes Stück sucht, fragt am besten direkt beim MoLI nach. Für den normalen Besuch heißt das schlicht: Das literarische Dublin ist heute auf mehrere Häuser verteilt statt in einem gebündelt.
MoLI - die wichtigste Alternative
Das Museum of Literature Ireland am St. Stephen's Green ist die naheliegendste Nachfolge und in fast jeder Hinsicht das bessere Haus. Es sitzt in zwei georgianischen Stadthäusern von University College Dublin und der National Library, arbeitet mit Ton, Film und Inszenierung statt mit reinen Vitrinen und zeigt als Herzstück „Copy No. 1" der Erstausgabe von Joyces Ulysses sowie dessen frühe Notizbücher.
Geöffnet ist täglich von 10 bis 17 Uhr, letzter Einlass 16 Uhr; die frühere Montagsschließung entfällt. Für den Rundgang reichen ein bis zwei Stunden, mit Café und Garten gern mehr. Am ersten Freitag im Monat ist der Eintritt abends frei. Das MoLI liegt außerdem im Go City Dublin Pass.
Weitere Ziele für literarisches Dublin
Wer mehr will als ein Haus, findet das Thema über die Stadt verteilt:
- James Joyce Centre, North Great George's Street: Joyce-Ausstellung, Führungen und Ausgangspunkt des Bloomsday-Programms, nur wenige Minuten von der Parnell Square entfernt.
- James Joyce Tower, Sandycove: der Martello-Turm, in dem Ulysses beginnt, mit der DART in einer halben Stunde erreichbar, Eintritt frei.
- Marsh's Library, neben der St Patrick's Cathedral: Irlands erste öffentliche Bibliothek von 1707, mit dem Lesesaal, in dem schon Swift und Joyce saßen.
- National Library of Ireland, Kildare Street: kostenlose Dauerausstellung zu W. B. Yeats mit Manuskripten, Nobelpreis-Medaille und persönlichen Objekten.
- St Patrick's Cathedral: Jonathan Swift war hier Dechant und ist hier begraben, samt Grabinschrift und Kanzel.
- Merrion Square: Oscar Wildes Elternhaus in Nr. 1 und die farbige Wilde-Statue schräg gegenüber im Park.
- Dublin Literary Pub Crawl: die literarische Kneipentour mit Schauspielern, Details und Preise im Ratgeber Touren und Ausflüge.
Den Zusammenhang samt Biografien, Schauplätzen und Bloomsday zeichnet der Guide Literarisches Dublin nach; die übrigen Häuser stehen im Hub Museen in Dublin.
Was aus dem Haus an der Parnell Square wird
Für das Gebäude in Nr. 18 verfolgt die Stadt Dublin seit 2023 den Plan, dort ein Museum für den Glasmaler Harry Clarke einzurichten, den bedeutendsten irischen Vertreter der Glasmalerei des frühen 20. Jahrhunderts. Ein bestätigter Eröffnungstermin liegt bis heute nicht vor; die ursprünglich genannte Perspektive 2026 ist nicht eingetreten. Stand September 2026.
Rund um den Platz tut sich unabhängig davon einiges. Im Mai 2026 eröffnete in Nr. 11 Parnell Square East ein saniertes Georgianerhaus als Haus für Poesie und Denkmalpflege, betrieben vom Irish Heritage Trust gemeinsam mit Poetry Ireland und mit der Seamus Heaney Poetry Library im Haus. Und ab September 2026 läuft der Bau der ersten Phase des Parnell Square Cultural Quarter: Hinter den Häusern Nr. 23 bis 28 entsteht die neue Stadtbibliothek mit rund 6.100 Quadratmetern, Fertigstellung ist für 2030 vorgesehen.
Für die nächsten Jahre heißt das: Die Parnell Square bleibt Dublins literarische Adresse, nur eben nicht mehr über das Writers Museum.
Häufige Fragen
Ist das Dublin Writers Museum noch geöffnet?+
Warum wurde das Dublin Writers Museum geschlossen?+
Was ist aus der Sammlung des Dublin Writers Museum geworden?+
Welche Alternative gibt es zum Dublin Writers Museum?+
Was passiert mit dem Gebäude an der Parnell Square?+
Geschlossen seit März 2020 (dauerhaft, keine Wiedereröffnung geplant) — Quelle
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